Abrüstung

USA steigen aus INF-Vertrag aus

WASHINGTON. Die Vereinigten Staaten haben den INF-Abrüstungsvertrag mit Rußland gekündigt. Die 1987 mit der Sowjetunion geschlossene Übereinkunft sah die Vernichtung aller landgestützten Marschflugkörper mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometer vor. Auch Produktion und Tests dieses Waffentyps wurden durch den Vertrag unterbunden.

Seinerzeit diente die Vereinbarung vor allem dem Schutz Europas vor einer atomaren Konfrontation der beiden Supermächte. US-Außenminister Mike Pompeo führte in seiner Begründung für den Ausstieg am Freitag russische Vertragsverletzungen an. Die Regierung in Washington hatte dem Kreml zuvor eine Frist von 60 Tagen für die Zusicherung gesetzt, Marschflugkörper vom Typ 9M729 zu vernichten, die die US-Regierung als Bruch des INF-Vertrags wertet.

Rußland verletze den Vertrag bereits seit Jahren, warf Pompeo dem Land vor. „Es ist daher unsere Pflicht, angemessen zu reagieren.“ Die russischen Vertragsverletzungen setzten Millionen Amerikaner und Europäer einer größeren Gefahr aus. Der Vertrag hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Somit verbleiben noch 180 Tage Zeit, das Abkommen zu retten. (tb)

US-Außenminister Mike Pompeo verkündet vor Journalisten in Washington das Aus für den INF-Vertrag Foto: picture alliance / AP Photo

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