Der britische Premierminister Boris Johnson und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im September in New York Foto: picture alliance / empics
Interview mit Nigel Farage

Trump kritisiert Johnsons Brexit-Abkommen

LONDON. US-Präsident Donald Trump hat den Brexit-Deal des britischen Premierministers Boris Johnson kritisiert. Er mache den Abschluß eines Handelsabkommens zwischen den beiden Ländern unmöglich, monierte Trump in einem Interview mit dem Chef der Brexit-Partei, Nigel Farage, im Radiosender LBC.

Gleichzeitig regte Trump eine Allianz von Farage und Johnson bei der kommenden Unterhauswahl am 12. Dezember an. „Ich weiß, daß Sie und er etwas großartiges erreichen können, wenn Sie als eine nicht zu stoppende Kraft zusammenkommen.“ Ihn und Johnson verbinde eine „großartige Freundschaft“ betonte Trump, er empfinde aber auch großen Respekt für Farage.

Farage setzt Johnson Ultimatum

Deutliche Worte fand Trump zu Labour-Chef Jeremy Corbyn. Er wäre „so schlecht für Euer Land“, sagte Trump. Er würde die Briten auf einen „schlechten Weg führen“. Dabei habe das Vereinigte Königreich „unglaubliches Potential“. Corbyn warf Trump daraufhin vor, auf innere Angelegenheiten Großbritanniens Einfluß nehmen zu wollen.

Am Freitag kündigte Farage an, jeden einzelnen Sitz im Unterhaus mit eigenen Kandidaten angreifen zu wollen. Er habe 500 Bewerber, die sofort bereit seien, sowohl um Labour- als auch Tory-Sitze zu kämpfen. Johnson setzte er eine Frist bis zum 14. November für einen Nichtangriffspakt zwischen beiden Parteien. Voraussetzung für eine solche Allianz sei allerdings, daß Johnson zuvor sein mit der EU ausgehandeltes Brexit-Abkommen zurückziehe und sich zu einem „reinen Brexit“ verpflichte.

„Unterschätzt nicht unsere Entschlossenheit und unseren Organisationsgrad“, warnte Farage mit Blick auf die Konservativen. Eine Umfrage der Daily Mail sieht die Konservativen mit 34 Prozent in Führung vor der Labour-Partei mit 26 Prozent, den Liberaldemokraten (19 Prozent) und der Brexit-Partei (zwölf Prozent). (tb)

Der britische Premierminister Boris Johnson und US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im September in New York Foto: picture alliance / empics

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