Berichte über weitere Explosion

Sri Lanka: Regierung macht islamische Gruppe für Anschläge verantwortlich

COLOMBO. Die Regierung von Sri Lanka hat eine einheimische islamische Gruppe für die Anschlagsserie am Ostersonntag verantwortlich gemacht. Laut der Regierung verübte die Organisation National Thowheet Jama’ath die Selbstmordattentate unter anderem in der Hauptstadt Colombo, sagte der Kabinettssprecher Rajitha Senaratne mehreren Nachrichtenagenturen zufolge am Montag.

Sieben Selbstmordattentäter griffen demnach nahezu zeitgleich drei Kirchen und drei Hotels an. Die Täter sollen zwar Einheimische sein, jedoch möglicherweise Verbindungen ins Ausland haben. „Ohne ein Netzwerk wären diese Attacken nicht erfolgreich gewesen“, erklärte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber. Die beiden wenige Stunden später erfolgten Anschläge würden derzeit noch untersucht.

Vor den Attentaten habe es Hinweise darauf gegeben. Wie der stellvertretende Polizeichef Priyalal Dissanayake am 11. April in einem Schreiben warnte, habe es Anschlagspläne der radikalen islamischen Gruppe National Thowheed Jama’ath auf katholische Kirchen sowie die indische Botschaft von Sri Lanka gegeben. Mehrere Verdächtige hätten nach dem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch gegen andere Religionen gehetzt. Der Hinweis sei von einem ausländischen Geheimdienst gekommen.

Polizeichef warnte vor Anschlägen

Ein Regierungssprecher bestätigte am Montag die Echtheit des an mehrere Polizeieinheiten adressierten Papiers, das der Telekommunikationsminister Harino Fernando auf Twitter verbreitet hatte. An den Premierminister sei es jedoch nicht gegangen. Der Sprecher kritisierte auch das angespannte Verhältnis zwischen den Sicherheitspräsidenten und den Premierminister.

Die Zahl der Opfer ist mittlerweile auf mindestens 290 geklettert. Weitere 500 Personen sollen verletzt worden sein. Laut Regierung sind 24 Verdächtige festgenommen worden. Der Anteil der moslemischen Bevölkerung Sir Lankas beträgt rund zehn Prozent. Circa sieben Prozent sind Christen. Die Mehrzahl ist buddhistischen Glaubens.

Berichte über weitere Explosion vor Kirche

Unterdessen berichtet die Nachrichtenagentur AP von einer weiteren Explosion vor einer Kirche. Demnach explodierte nahe der St.-Anthony-Kirche in der Hauptstadt Colombo ein Van. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ist zu sehen, wie Menschen in Panik fliehen.

(ls)

Sicherheitskräfte patroullieren vor einer Kirche in Colombo Foto: picture alliance/Xinhua

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