Sea-Watch 3

Malta hindert weiteres deutsches NGO-Schiff an Weiterfahrt

VALLETTA. Die maltesischen Behörden haben ein weiteres deutsches NGO-Schiff festgesetzt. Wie die Berliner Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Watch mitteilte, werde ihr Schiff Sea-Watch 3am Auslaufen gehindert. „Die Sea-Watch 3 ist nicht wie Lifeline und Seefuchs im Sportbootregister eingetragen, sondern im königlichen Schiffsregister als niederländisches Seeschiff registriert, das voll berechtigt ist, die niederländische Flagge zu führen“, hieß es in der Stellungnahme.

Daß das Schiff nicht auslaufen dürfe, sei also nicht eine Frage der Registrierung, sondern eine „politische Offensive zur Beendigung der zivilen Rettung auf See“. Der jüngste Anstieg der Todesfälle auf der zentralen Mittelmeerroute nach Europa sei direkte Folge des politischen Vorgehens.

400 Asylsuchende laut UNHCR ertrunken

„Wir wären die am besten ausgestattete und geschulte Rettungscrew im Einsatzgebiet, und es gibt bisher keinen Rechtsgrund, der die Festsetzung unseres Schiffes rechtfertigen würde. Wir erwarten, daß die Behörden uns sofort auslaufen lassen“, sagte die Kapitänin der Sea-Watch 3, Pia Klemp.

Laut dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCR) sind in den vergangenen Tagen rund 400 Afrikaner auf dem Weg nach Europa ertrunken. Sea-Watch macht europäische Regierungen dafür verantwortlich. Die zuständigen Behörden in Italien und Malta hinderten private Organisationen an der Rettung von Schiffbrüchigen und verwiesen statt dessen auf die libysche Küstenwache.

Lifeline-Kapitän darf Hafen nicht verlassen

Doch deren Einsatzmittel seien für die Rettung auf See nicht geeignet. Zudem gerieten die Asylsuchenden oft in Panik, wenn sie merkten, daß sie nach Libyen zurückgebracht werden, behauptete der Sea-Watch-Vorsitzende Johannes Bayer.

Die Sea-Watch 3 ist das zweite Schiff, das auf Malta festgesetzt wurde. Seit vergangener Woche darf das Schiff Lifeline des Dresdner Flüchtlingsvereins Mission Lifeline den Hafen von Valletta nicht verlassen. Kapitän Claus-Peter Reisch muß sich vor Gericht verantworten. (ls)

Sea-Watch 3 (Archivbild) Foto: picture alliance / ROPI

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