Steve Bannon: Aus bei Breitbart Foto: picture alliance / AP Photo
„Fire and Fury“

Bannon verläßt Breitbart

LOS ANGELES. Der ehemalige Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, ist als Vorstandsvorsitzender der Nachrichtenplattform Breitbart zurückgetreten. Damit reagiert der 64jährige auf die heftige Kritik an seiner Person im Zuge der Veröffentlichung des Buches „Fire and Fury“.

In dem Enthüllungsbuch des Journalisten Michael Wolff wird Bannon unter anderem damit zitiert, der Präsident sei ein „großer warmherziger Affe“. Über ein Treffen von Trumps Sohn Donald junior mit einer mutmaßlichen russischen Agentin in New York sagte er: „Auch wenn man nicht denkt, daß es verräterisch oder unpatriotisch oder einfach scheiße war – und ich denke, daß es das alles war – hätte sofort jemand das FBI rufen müssen.“

Mercer drohte, den Geldhahn zuzudrehen

Trump konterte in einer Erklärung, Bannon habe „nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft“ zu tun gehabt. „Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand.“ Zudem habe der ehemalige Breitbart-Chef laut Trump geweint und um seinen Job gebettelt. Auf Twitter verhöhnte ihn Trump als „sloppy Steve“ (schlampiger Steve).

Ausschlaggebend für den Rücktritt ist laut dem Umfeld Bannons die Drohung der Breitbart-Unterstützerin Rebekah Mercer, der rechten Nachrichtenplattform den Geldhahn abzudrehen, sollte Bannon dort verbleiben.

„Er mußte sich entscheiden zwischen Breitbart und seinen politischen Aktivitäten. Seine politischen Aktivitäten haben Breitbart geschadet“, sagte ein Vertrauter Bannons dem Sender ABC. Mercer sei seit Bekanntwerden der Zitate mit Bannon auf dem Kriegspfad, hieß es aus dem Umfeld der milliardenschweren konservativen Geldgeberin, die auch den Wahlkampf von Trump maßgeblich mitfinanziert hat.

„Den Sumpf austrocknen“

Bannon will bei den im Herbst anstehenden Zwischenwahlen Anti-Establishment-Kandidaten finanziell und logistisch unterstützen. Dies tue er in Übereinstimmung mit Trumps Wahlkampfziel, „den Sumpf in Washington auszutrocknen“.

Bei der Senatsnachwahl in Alabama führte Bannons Engagement aber dazu, daß er und Trump zwei unterschiedliche Kandidaten unterstützten. Bannons Kandidat, Roy Moore, gewann zwar die Vorwahlen gegen Trump-Favorit Luther Strange, scheiterte aber nach Vorwürfen, wonach er Minderjährige sexuell belästigt habe, an seinem demokratischen Gegner Doug Jones. (tb)

Steve Bannon: Aus bei Breitbart Foto: picture alliance / AP Photo

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