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Zensur im Netz: Regierungen greifen häufiger durch Foto: picture alliance/chromorange
Freiheit im Internet

Zensur durch Regierungen nimmt zu

PARIS. Die Zahl der Internetsperren hat sich seit 2015 weltweit verdreifacht. Demnach wurden 2017 bislang 61 Blockaden des Internets durch Regierungen gezählt. Das sind 43 Sperrungen mehr als noch im Jahr 2015, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der UNESCO.

Die meisten der sogenannten „Shutdowns“ seien in asiatischen Ländern erfolgt. Alleine in Indien habe die Sonderorganisation der Vereinten Nationen seit Januar des vergangenen Jahres 54 Sperrungen verzeichnet, in Pakistan ganze elf. Die UNESCO-Autoren warnen vor einer Einschränkung der Informations- und Kommunikationsfreiheit durch Massenüberwachung, Algorithmus-basierter Gewichtung von Nachrichten und mangelnder Unabhängigkeit von Medien.

Immer häufiger Gesetze zur Informationsfreiheit

„Die Kommunikations- und Informationsfreiheit steht in vielen Ländern der Welt unter Druck“, sagte das Vorstandsmitglied der deutschen UNESCO-Kommission, Wolfgang Schulz. „Regierungen überwachen zunehmend den Informationsfluß, fordern die Sperrung von Inhalten, oder sperren diese selber. Das ist schädlich für die Entwicklung von Gesellschaften“, beklagte er.

Die Verfasser des Berichts verweisen aber auch auf positive Entwicklungen. So stieg die Zahl der Staaten, in denen Gesetze zur Informationsfreiheit erlassen wurden, von 90 im Jahr 2012 auf 112 im vergangenen Jahr. Ein Großteil der Gesetze trat in Afrika und der Asien-Pazifik-Region in Kraft. Dennoch mangele es weiterhin an einer konsequenten Umsetzung der bestehenden Gesetze. (ha)

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