Soziale Medien

Heftige Kritik an Trump für Twitter-Ausfälle gegen Journalisten

WASHINGTON. Nach seinen verbalen Angriffen auf Journalisten und Nachrichtensender auf Twitter reißt die Kritik an US-Präsident Donald Trump nicht ab. In dem sozialen Netzwerk hatte Trump die MSNBC-Moderatoren Joe Scarborough und Mika Brzezinski beleidigt. Scarborough bezeichnete er als „Psycho“, Brezinski als „verrückt“, mit einem niedrigen IQ und „dumm wie ein Stein“.

In einem weiteren Tweet teilte der mächtigste Mann der Welt am Sonntag gegen den Sender CNN aus. Mit dem Hashtag „FraudNewsCNN“ (Betrugsnachrichten CNN) teilte er ein Video einer Wrestling-Show aus dem Jahr 2007, in dem Trump seinen Kontrahenten Vince McMahon verprügelt. Dessen Gesicht wurde in dem Video überdeckt von dem Logo des Senders. Zuvor hatte er CNN „Schrottjournalismus“ vorgeworfen.

CNN und MSNBC: Trauriger Tag für Amerika

„Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn der Präsident seine Zeit damit verbringt, zu mobben, zu lügen und persönliche Attacken auszuspucken, anstatt seinen Job zu machen“, schrieb MSNBC in einer Erklärung. Ähnlich äußerte sich CNN: Es sei bedauerlich, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten zu Gewalt gegen Reporter aufrufe. Das Verhalten des Präsidenten sei das eines Jugendlichen und damit „weit unter der Würde des Amtes“.

CNN-Moderator Jake Tapper warf Trump vor, mehr als zehn Prozent seiner Tweets bestünden darin, Journalisten anzugreifen. Das „Reporter-Komitee für die Pressefreiheit“ erklärte: „Niemand sollte mit körperlicher Gewalt bedroht werden, weil er seinen Job tut. Journalisten sind Ihre Nachbarn, sie sind Ihre Freunde.“

Auch Republikaner-Politiker kritisierten den Präsidenten. „Herr Präsident, Ihr Tweet war unter der Würde Ihres Amtes und steht für alles, was in der amerikanischen Politik derzeit falsch läuft“, schrieb Senator Lindsey Graham auf Twitter. Ins gleiche Horn stieß sein Senatskollege Ben Sasse: „Bitte hören Sie auf damit! Das ist nicht normal und unter der Würde Ihres Amtes!“

Trump rechtfertigt sich

Nach Meinung von Senator Bill Cassidy lenken Trumps Tweets von wichtigeren Themen ab, die das Land beschäftigten, wie etwa die derzeit vom Senat beratene Gesundheitsreform. „Es frustriert mich, wenn wir uns auf Tweets konzentrieren müssen.“

Das Weiße Haus verteidigte die Twitter-Botschaften. „Niemand sollte das als Bedrohung auffassen“, sagte der Heimatschutzberater des Präsidenten, Tom Bossert, dem Sender ABC. Auch Trumps stellvertretende Pressesprecherin, Sarah Huckabee Sanders, stellte klar, der Präsident habe nie zu Gewalt aufgerufen.

Gegen Vorwürfe, sein Verhalten widerspreche präsidentiellen Standards, rechtfertigte sich Trump – erneut auf Twitter – persönlich: „Meine Verwendung der sozialen Medien ist nicht präsidentiell, sie ist neuzeitlich präsidentiell.“ Twitter teilte unterdessen mit, es sehe in Trumps CNN-Tweet keinen Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinien der Seite. (tb)

US-Präsident Donald Trump: Heftige Kritik für Twitter-Beschimpfungen Foto: picture alliance / AP Photo

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