Julian Assange (2012)
Julian Assange (2012): Geheimdaten gesucht Foto: dpa
Wikileaks

Wikileaks bietet 100.000 Euro für geheime TTIP-Dokumente

LONDON. Wikileaks bietet Informanten 100.000 Euro für Details des sogenannten Freihandelsvertrag TTIP. Wie die Enthüllungsseite am Dienstag mitteilte, werde das Geld dafür per Crowdfunding eingesammelt.

Wikileaks hat dazu ein Werbevideo für diese Aktion produziert. Bislang hat die Enthüllungsplattform Unterlagen in der Regel kostenfrei zugespielt bekommen und mußte nicht öffentlich darum bitten.

In dem zehnminütigen Film behauptet Wikileaks-Gründer Julian Assange, die Verhandlungen zu dem Geheimvertrag zwischen der EU und den USA seien das Wichtigste, was derzeit in Europa geschehe. So heißt es, die Amerikaner bezweckten mit dem Abkommen, die Welthandelsorganisation WTO auszuschalten und durch die internationalen Verträge TTIP, TTP und Tisa zu ersetzen. Sie täten dies, um China als Konkurrenten besser neutralisieren zu können.

Schwere Vorwürfe gegen die USA

Assange erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen die amerikanischen Unterhändler, die die Verhandlungsergebnisse geheimzuhalten versuchten. So sei es für EU-Abgeordnete nur sehr schwer möglich, die Verhandlungsunterlagen anzusehen. Es gäbe nur zwei Termine pro Woche. „Sie müssen dann alle elektronischen Geräte abgeben, so daß sie keine Kopien anfertigen können, und sie müssen zustimmen, daß sie alles vertraulich behandeln.“

Auch Journalisten klagen darüber, daß sie die Unterlagen nicht kopieren dürften. Assange: „Solche lassen sich nur schwer ändern, wenn wir nicht wissen, was darinsteht. Deshalb werden diese Verträge geheimgehalten.“ Die Aktion wird unter anderem von Yanis Varoufakis und Glenn Greenwald unterstützt. (rg)

Julian Assange (2012): Geheimdaten gesucht Foto: dpa

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