Potsdam

Sinterklaas-Fest ohne Sinterklaas

POTSDAM. Das holländische Sinterklaas-Fest in Potsdam findet ohne den Sinterklaas und seinen „Zwarten Pieten“ statt. Dies teilte der Förderverein zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam am Montag mit. Das Fest ist die holländische Variante des Nikolausfestes.

Hintergrund ist eine Auseinandersetzung in der Potsdamer Lokalpolitik über eine angeblich rassistische und volksverhetzende Darstellung von Afroamerikanern. Die Stadtverwaltung gab auf Anfrage der Märkischen Allgemeinen Zeitung bekannt, der Antrag des Vereins auf ein Fest mit Sinterklaas und dem Pieten sei „nicht genehmigungsfähig“, da die politische Diskussion in den Niederlanden zu dieser Frage „noch nicht abgeschlossen“ sei.

Grüner Stadtrat beschwerte sich beim Verfassungsschutz

In der niederländischen Überlieferung des Weihnachtsfestes ist der Zwarte Piet ­– analog zum „Schwarzen Peter“ in Deutschland – der Helfer des heiligen Nikolaus. Auch im Nachbarland sorgte der Figur für Diskussionen. Nachdem in den Niederlanden Proteste laut geworden waren, entschied eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen, daß die Darstellung des „Zwarten Pieten“ Menschen schwarzer Hautfarbe verunglimpfe.

Der ehemalige Potsdamer Stadtverordnete der Grünen, Andreas Menzel, hatte aufgrund der Darstellung des „Zwarten Pieten“ Strafanzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung erstattet. Die Ermittlungsbehörden waren der Anzeige jedoch nicht gefolgt. Daraufhin wandte sich der Kommunalpolitiker mit seinen Beschwerden an den Verfassungsschutz und den Petitionsausschuß des brandenburgischen Landtages. (fl)

Der schwarz geschminkte „Zwarten Pieten“ ist auf dem holländischen Nikolausfest in Potsdam unerwünscht Foto: picture alliance/dpa

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