Aleksandar Vučić

Serbiens Premier über Asylbewerber: „Die wollen nur deutsches Geld“

MÜNCHEN. Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vučić hat sich gegen die Behauptung verwahrt, daß Menschen aus Serbien nach Deutschland flüchteten, weil sie in ihre Heimat verfolgt würden. „Das sind ja keine Asylbewerber. Die wollen nur deutsches Geld“, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

Politische Fluchtgründe gebe es nicht. „Wir tun unser Bestes, um den Lebensstandard hier zu verbessern.“ Dafür brauche Serbien aber die Unterstützung Deutschlands und der Europäischen Union.

Deutsche Sozialleistungen als interessante Einnahmequelle

Es seien vor allem Roma, die Serbien in Richtug Deutschland verließen. Diese hätten es aus „historischen Gründen schwerer“, da sie traditionell sehr arm seien. Andere Gründe gebe es nicht. Viele Asylbewerber aus Serbien betrachteten die deutschen Sozialleistungen als interessante Einnahmequelle, erläuterte der Ministerpräsident. Schließlich liege der monatliche Durchschnittslohn in Serbien bei 380 Euro. „Wir sind keine Rassisten und keine Nationalisten. Sein Land biete allen Bürgern dieselben Chancen, betonte Vučić. „Aber es gibt bei uns keine politischen Gegner der Roma.“

Auch der Pressesprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Mehmet Ata, bestätigte, daß die staatlichen Leistungen wie monatliches Taschengeld ein wichtiger Grund für Asylbewerber vom Westbalkan seien, nach Deutschland zu kommen. Viele von ihnen wüßten nicht, daß die Chancen auf ein erfolgreiches Asylverfahren so gut wie aussichtslos seien, sagte Ata der Mitteldeutschen Zeitung.

„Und wenn sie es wissen, reichen ihnen in vielen Fällen die Transferleistungen, die es für die paar Monate bis zur Entscheidung des Asylverfahrens gibt. Das ist genug Geld, um davon ein Dreivierteljahr im Herkunftsland leben zu können.“ (krk)

Serbiens Premierminister Aleksandar Vucic: Das sind keine Asylbewerber Foto: picture alliance/dpa

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