Nickelsdorf
Asylsuchende (Ende September 2015) kurz vor der ungarisch-österreichischen Grenze Foto: picture alliance/NurPhoto

Balkanroute
 

Österreich: Mehr als 12.000 Asylsuchende in anderthalb Tagen

WIEN. Der Asylstrom über die Balkanroute nach Österreich hält weiter an. In den vergangenen Tagen stieg die Zahl der Asylsuchenden sogar nochmals. So überquerten nach Polizeiangaben am Sonntag 8.540 Flüchtlinge den Grenzübergang Nickelsdorf. Bis zum Montagmorgen kamen noch 3.680 weitere Asylsuchende hinzu, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. In den Tagen davor waren es zuletzt etwa jeweils 5.500 gewesen. Die meisten Asylsuchenden gaben an, nach Deutschland weiterreisen zu wollen.

Der jüngste Anstieg sei darauf zurückzuführen, daß mehr Flüchtlinge über Griechenland nach Mazedonien gelangten und sich dann weiter durch Serbien, Kroatien und Ungarn nach Österreich aufmachten, sagte Polizeisprecher Gerald Koller der Agentur. Auch die ungarische Polizei registrierte einen Anstieg. Am Sonnabend seien 7.907 und am Sonntag 7.879 Flüchtlinge ins Land gekommen und damit mehr als in den Tagen zuvor.

Union setzt auf Transitzonen

Unterdessen haben sich die Unionsparteien am Montag auf die Einführung von sogenannten Transitzonen geeinigt. „Ich kann heute mitteilen, daß wir uns zwischen CDU und CSU verständigt haben, jetzt für Transitzonen einzutreten“ sagte CSU-Chef Horst Seehofer vor einer Vorstandssitzung seiner Partei.

Das Konzept der Transitzonen sieht vor, daß der Asylanspruch von Flüchtlingen noch vor der Einreise nach Deutschland geprüft wird. Sollte kein Bleiberecht bestehen, wird die Einreise verweigert. An Flughäfen gibt es das Konzept bereits. Dort werden Asylgesuche von Antragstellern aus sicheren Herkunftsländern innerhalb weniger Tage bearbeitet.

Die SPD sieht den Vorstoß kritisch. „Menschen, die um ihr Leben laufen, lassen sich durch Transitzonen, durch Zäune und Grenzen schlichtweg nicht aufhalten“, kritisierte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) dem ZDF-Morgenmagazin. (krk/fl)

Asylsuchende (Ende September 2015) kurz vor der ungarisch-österreichischen Grenze Foto: picture alliance/NurPhoto
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