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Toulouse: Mutmaßlicher Attentäter stirbt nach Schießerei mit Polizei

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Französische Polizisten im Einsatz Foto: Wikipedia/Nerban Del Burn mit CC-Lizenz https://bit.ly/GGiwp9

PARIS. Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse ist tot. Der 23 Jahre alte Franzose algerischer Abstammung, der für den Mord an drei Soldaten sowie einem Lehrer und drei Schülern einer jüdischen Schule verantwortlich sein soll, wurde am Donnerstag von Polizisten der Spezialeinheit RAID per Kopfschuß getötet. Er hatte versucht, aus dem Fenster seiner Wohnung zu springen.

Zuvor hatte es Medienberichten zufolge eine heftige Schießerei gegeben, als die Polizei dessen Wohnung stürmte. Mohammed Merah soll aus dem Badezimmer heraus das Feuer auf die Beamten eröffnet und noch während des Sprungs aus dem Fenster auf die Polizisten geschossen haben.

Die Polizei hatte seit Dienstagmorgen das Mehrfamilienhaus in Toulouse, in dem sich der 24jährige verschanzt hielt, umstellt. Bei einem ersten Schußwechsel waren bereits zwei Polizisten verletzt worden. 

Merah soll Verbindungen zu radikal-islamistischen Salafisten gehabt haben und behauptete, ein Mudschahed der Al-Qaida zu sein, sagte Frankreichs Innenminister Claude Guéant. Er soll angegeben haben, die Taten als Rache für den Tod palästinensischer Kinder begangen zu haben.

Voreilige Spekulationen über rechtsextremen Hintergrund

Die Ermittler waren über Spuren im Internet auf ihn aufmerksam geworden. Merah war mit seinem ersten Opfer über eine Internetverkaufsplattform in Kontakt getreten, wo dieses sein Motorrad verkaufen wollte. Anhand der IP-Adresse identifizierten sie den mutmaßlichen Attentäter. Die Adresse war auf seine Mutter angemeldet. Auch sein Bruder soll Beziehungen zu radikalen Islamisten unterhalten.

Die drei Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren waren am Montag vor ihrer Schule zusammen mit einem Lehrer erschossen worden. Der Täter flüchtete danach unerkannt auf einem Motorroller. Mit derselben Waffe waren zuvor schon die Morde an drei französischen Fallschirmjägern am 11. und 15. März verübt worden.

In ersten Spekulationen war vermutet worden, es könne sich bei dem Täter um einen Rechtsextremisten handeln. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hatte beispielsweise den Fall in einer Pressemitteilung anläßlich des heutigen Internationalen Tags gegen Rassismus zusammen mit der mutmaßlich von der Zwickauer Terrorzelle begangenen Mordserie sowie dem Attentat von Anders Breivik in Norwegen erwähnt und als „rassistisches Verbrechen“ verurteilt. (krk)

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