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Frankreich
 

Hollande skizziert Europa-Politik

PARIS. Der französische Staatspräsident Françoise Hollande hat gegenüber europäischen Zeitungen die Europa-Politik Frankreichs skizziert. Der Sozialist hatte sich im Präsidentschaftswahlkampf noch bedeckt gehalten, erneuerte nun aber die Haltung Frankreichs. Hollande forderte nach einem Vorabbericht der Süddeutschen Zeitung mehr Macht für die Euro-Gruppe mit einem Präsidenten, der „ein klares und hinreichend langes Mandat“ erhalten soll und die Umsetzung der Bankenunion möglichst bis 2013.

Vor allem die „teilweise Vergemeinschaftung der Schulden“ der EU-Mitgliedstaaten durch die Ausgabe von „Euro-Bonds“ dürfte für Konflikte mit der Bundesregierung sorgen. Ohne Deutschland namentlich zu nennen, mahnte Hollande Solidarität der wirtschaftlich stärkeren Länder an. Diese sollten durch Lohnerhöhung die Binnennachfrage erhöhen und ihre Abgaben senken. Auch sollten die Zinssätze, zu denen sich die einzelnen EU-Länder am Kreditmarkt verschulden, künftig angeglichen werden.

Die Gefahr für ein mögliches Scheitern der Euro-Zone ist nach Hollande abgewendet worden. Griechenland soll die Währungsunion nicht verlassen. Die größte Bedrohung für die EU sieht Hollande darin, „nicht mehr geliebt zu werden“. Dabei bliebe sie „das schönste Abenteuer unseres Kontinents“. Das „europäische Ideal“ sei im „französischen Traum“ enthalten, sagte Hollande, der sich auf das Erbe des Europa-Lobbyisten Jean Monnet berief. (FA)

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