WASHINGTON. Die konservative Tea-Party-Bewegung in Amerika hat bei den innerparteilichen Vorwahlen der Republikaner Überraschungserfolge erzielt. Im Bundesstaat Kentucky gewann Rand Paul, der dieser lose organisierten politischen „Graswurzel“-Gruppierung nahesteht, die Nominierung als republikanischer Kandidat für die Senatswahlen.
Im Anschluß an seinen Triumph über den vom Partei-Establishment unterstützten Kontrahenten Tray Grayson sagte Paul: „Die Bürger wollen nicht mehr dieselben alten Politiker. Das System braucht neues Blut.“
Politisches Stimmungsbarometer
Bereits Anfang Mai verhinderte die Tea-Party, die hauptsächlich für weniger staatliche Bevormundung und niedrigere Steuern eintritt, in Utah eine erneute Kandidatur des seit knapp 18 Jahren amtierenden republikanischen Senators Bob Bennet.
Im November stehen in den Vereinigten Staaten die 435 Sitze des Repräsentantenhauses und 36 der 100 Sentatssitze zur Wahl. In beiden Kammern des Parlaments stellen zur Zeit die Demokraten die Mehrheit.
Die parteiinternen Vorwahlen gelten als Gradmesser für die politische Stimmung in Amerika. Der Ausgang in den beiden erwähnten Bundesstaaten läßt auf eine Unzufriedenheit der Parteibasis mit der Spitze der Republikaner in Washington schließen. (vo)