Ole-Sohn

Rote Vergangenheit
 

Dänischer Politiker durch Honecker-Brief belastet

Ole-Sohn
Der Fraktionschef der dänischen Volkssozialisten Ole Sohn Foto: Wikimedia

KOPENHAGEN. Der Fraktionschef der dänischen Volkssozialisten Ole Sohn ist von seiner kommunistischen Vergangenheit eingeholt worden. In einem Berliner Archiv ist nun ein Brief Sohns aus dem Jahr 1989 an den damaligen Staatschef der DDR Erich Honecker aufgetaucht, der den Politiker schwer belastet. Der heute 56jährige  Sohn war von 1987 bis 1991 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Dänemarks (KP).

Knapp fünf Wochen vor dem Mauerfall war Sohn als Staatsgast in Ostberlin, wo er gemeinsam mit Erich Honecker am 7. Oktober an der Parade zum vierzigsten Jahrestag der DDR teilnahm. „In seinem Glückwunschschreiben an Honecker gratulierte Sohn dem SED-Chef zu den Errungenschaften der Arbeiterklasse in der DDR, die zur Sicherung der Menschenrechte beitragen“, berichtet Der Nordschleswiger unter Berufung auf dänische Medien.

Sohn will von Vergangenheit nichts mehr wissen

Außerdem wird Sohn vorgeworfen, von den Millionentransfers aus Moskau zugunsten der dänischen KP informiert gewesen zu sein. Heute will er von seinen Sympathien für die rote Diktatur nichts mehr wissen. „Das, wofür die DKP stand und das, wofür ich stand, war falsch“, sagte der Fraktionschef der Volkssozialisten.

Die Sozialistische Volkspartei Dänemarks ist eine Nachfolgeorganisation der dänischen KP. Sie steht links von der dänischen Sozialdemokratie und tritt unter anderem für ökologische Ziele ein. Im Europaparlament gehört sie der gleichen Fraktion an wie die Grünen. Bei der vergangenen Wahl zum dänischen Parlament („Folketingwahl“) war die Sozialistische Volkspartei 2007 der Überraschungssieger auf der Linken. Sie konnte sich auf 13 Prozent mehr als verdoppeln. Im Falle eines Regierungswechsels gilt Sohn als neuer Finanzminister. (rg)

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