Auch 2009 brennen Autos

Auch 2009 reißt die seit 2007 andauernde Serie von Brandanschlägen auf hochwertige Autos in Berlin nicht ab. In den ersten Tagen des neuen Jahres wurden bereits wieder mehrere Fahrzeuge durch Brandstiftung zerstört oder beschädigt. Da in einigen Fällen Brandbeschleuniger benutzt wurden, die in der linken Szene häufig verwendet werden, hat mittlerweile der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei in der Hauptstadt 87 politisch motivierte Brandanschläge, 68 davon wurden auf Autos verübt. Dabei sind 98 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt worden. Die Zahl der angezündeten Autos sei damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, teilte eine Sprecherin der Berliner Polizei auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mit. 2007 waren nach Polizeiangaben 113 Fahrzeuge zerstört worden. Begonnen hat die fortdauernde Brandserie im Vorfeld des G8-Gipfels, der im Sommer 2007 in Heiligendamm stattfand. Damals hatten Linksextremisten im Internet zu sogenannten „Volxsport“-Aktionen aufgerufen. Angespornt durch ein Punktesystem, wurden Anhänger des militanten Spektrums dabei gezielt zu Straftaten gegen „Kapitalisten und Klassenfeinde“ angestachelt. Während es hierbei für „Glasbruch“ und Vandalismus gegenüber öffentlichen Einrichtungen, Banken und Geschäftsräumen lediglich drei Punkte gab, entlohnten die Veranstalter medienwirksame Körperverletzung wie „Nazis oder Security schlagen und Bullen bewerfen“ bereits mit fünf Punkten. Kraftfahrzeuge höheren Hubraumvermögens fanden mit acht Punkten Beachtung. Dabei zählten weder die Marke noch deren Besitzer, entscheidend war, daß sie „mindestens 40.000 bis 50.000 Euro kosten“. Nicht zuletzt aufgrund solcher Kampagnen brannten allein im Veranstaltungsmonat des G8-Gipfels in Berlin über 40 Fahrzeuge aus. Seitdem dokumentiert eine private Internetseite (www.brennende-autos.de) die Brandanschläge. Sie zählte mittlerweile 270 angezündete Autos, die Masse davon im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Nicht zuletzt deswegen hatte Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch im vergangenen Juni Porsche-Fahrer davor gewarnt, ihr Fahrzeug hier zu parken. Häufig handelt es sich um höherwertige Fahrzeuge: So wurden bislang 52 Fahrzeuge der Marke Mercedes, 24 BMW, 30 VW und 22 Opel ein Raub der Flammen. Bei 32 Autos gibt es keine Angaben zur Marke. Die Bild-Zeitung berichtet nun über einen besonders tragischen Fall. Am vergangenen Wochenende zündeten vermutlich linksextremistische Täter in Friedrichshain den BMW eines Bauarbeiters an. Dieser hatte jahrelang für das 80.000 Euro teure Fahrzeug gespart und sich damit einen Traum erfüllt. Nun steht der Arbeiter ohne Auto da.

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