Politische Hoffnungsträger

Das Prominentensterben bei der „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ (WASG) hält an: Nach Tatort-Kommissar Peter Sodann hat jetzt auch Jens Ammoser das Handtuch geworfen. Er wolle „das Grundgesetz und insbesondere Demokratie und Sozialstaat wieder zum Leben erwecken“, verkündete der arbeitslose Lehrer aus dem Schwarzwald in aller Bescheidenheit seine politische Zielsetzung. Die WASG habe sich aber zu sehr „zum extremen Rand hinentwickelt“, begründete der „Schröder-Abwatscher“ und WASG-Gründungsmitglied in Baden-Württemberg nun in der Stuttgarter Zeitung seinen Abgang. Der Polit-Hasardeur Ammoser, der 2003 für knapp ein Jahr in die SPD eingetreten war, hatte im Mai 2004 für Aufsehen gesorgt, weil er seinen neuen Genossen und Bundeskanzler Gerhard Schröder ohrfeigte. Daraufhin wurde der Handgreifliche vom Amtsgericht Mannheim zu vier Monaten Haft auf Bewährung sowie einhundert Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. In der WASG fand Ammoser jedoch schnell eine neue politische Heimat. Die Überholspur Richtung Bundestag schien bereits eingeschlagen: Doch ausgerechnet Ex-Genosse und Neu-Parteifreund Ulrich Maurer schmähte den Visionär auf einer Parteisitzung, nachdem dieser sich mit Maurer auf ein gemeinsames Foto drängte. Jetzt kann eigentlich nur noch Pfarrer Fliege die Partei retten.

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