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Der Charme der fünfziger Jahre

Der Spiegel, der immer wieder einmal eine gute Nase für neue Trends beweist, hat die fünfziger Jahre wiederentdeckt und widmet ihnen eine Titelgeschichte und eine Serie. Daß die von dem Magazin lange Zeit geschmähte Adenauer-Ära nun rehabilitiert wird, kommt nicht von ungefähr: Mit dem Verschwinden Fischers geht die Dominanz der 68er zu Ende, und angesichts einer stagnierenden Volkswirtschaft und maroder Staatsfinanzen liegt es nahe, die Quellen der Kraft zu suchen. Die lassen sich tatsächlich in den fünfziger Jahren finden. Die Qualität des politischen Personals war ungleich höher, der Leistungswille der Deutschen größer, das Anspruchsdenken geringer und das Nationalbewußtsein ausgeprägter. Mit einer verkrampften Vergangenheitsbewältigung, einem deprimierenden Schuldkult, einer steigenden statt fallenden Steuerbelastung und einer grassierenden Bürokratie wäre das Wirtschaftswunder so nicht möglich gewesen. Ludwig Erhard, der große Pädagoge, überzeugte die Deutschen von der Überlegenheit der Marktwirtschaft. Er hatte einen Horror vor Kartellen und Subventionswirtschaft, er warnte frühzeitig vor einer europäischen Einheitswährung und den Fehlentwicklungen der späteren EU, und er hielt es für eine Zumutung, als die Regierung Kennedy von Deutschland den Einstieg in die internationale Entwicklungshilfe verlangte. Einen vielleicht noch größeren Verdienst um den Wiederaufstieg hatte der Finanzminister Fritz Schäffer. Er kämpfte unermüdlich gegen die enormen Besatzungskosten, die den Bundeshaushalt belasteten. Er senkte gegen den Willen der Siegermächte die Steuern. Er hinterließ 1957 nicht nur keine Schulden, sondern 6,5 Milliarden D-Mark an Reserven im sogenannten Juliusturm. Und dies, nachdem er 1949 mit einem Finanznotstand konfrontiert war, gegen den der heutige wie ein Kinderspiel anmutet. Man vergleiche nur einmal den bescheidenen Fritz Schäffer, der nicht einmal seinen winzigen Repräsentationsfonds ausschöpfte, mit dem verschwenderischen Finanzgebaren der heutigen Politiker: sechs statt vier Bundestagsvizepräsidenten, noch mehr Staatssekretäre und keinerlei Sparwillen bei der Selbstbedienung der Parteien aus der Staatskasse. Gar nicht zu reden von den endlosen und kostspieligen Auslandseinsätzen der Bundeswehr, den ständigen Rüstungsgeschenken an das Ausland und den US-Militärstützpunkten in Deutschland, die 60 Jahre nach Kriegsende immer noch vom deutschen Steuerzahler mitfinanziert werden. Dr. Bruno Bandulet ist Herausgeber des DeutschlandBriefes und des Finanzdienstes Gold & Money Intelligence.

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