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Gnade und Gerechtigkeit

Die „Affäre Meyer“ ist eine weitere Etappe im Abwärtstrend der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. Daß sie am Montag vor Weihnachten Courage gezeigt und sich hinter ihren Generalsekretär gestellt hat, dürfte ihr nur kurzzeitig Luft verschaffen. Es gehört nun mal zu den wesentlichsten Handlungsmaximen der erdrückend mehrheitlich linken Massenmedien, daß sie ein einmal ins Visier genommenes Abschußziel nicht aus den Augen verlieren. Wenn es erst einmal an- gepeilt und die ersten Schüsse erfolgreich abgefeuert worden sind, wird die Hatz fortgesetzt, bis das aufs Korn genommene Opfer erledigt ist. Da hilft es wenig, mit Wahrheit und Bedauern um Vertrauen werben zu wollen, Fehler einzugestehen, Besserung zu loben und selbst reell eingestrichene Gelder für wohltätige Zwecke zu spenden. Alles Nonsens. Die Moneten, die aufgeplusterte Empörung über Raffgier und vermißten Edelmut sind bloßes Wortgeklingel. „Gnade“ ist ein Grundbegriff des Christentums. Und gerade damit hat ja die Linke nichts am Hut. Deshalb irrt, wer diese – und das damit zusammenhängende zweite christliche Wesenselement, nämlich Vergebung – erwartet. Man mag es Merkels östlicher Herkunft zuschreiben, daß sie mit diesen Hauptelementen der westdeutschen politischen Gepflogenheiten (noch immer) nicht hinreichend vertraut ist. Aber das Argument sticht nicht. Schließlich hat sie sich dieser Instrumente schon selber mit Erfolg bedient. In ihrem Streben an die Spitze der CDU (gegen Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble, Friedrich Merz, um nur die Bekanntesten zu nennen) hat sie durchaus die Karte der politisch korrekten Meinungsmacher gespielt. Im Falle Hohmann hat sie sogar die höchste Trumpfkarte gezogen, noch ehe die Gegner überhaupt erkennen ließen, was sie in der Hand hielten. Seitdem aber hat sie ihre Trümpfe ausgespielt. Mit dem „As Köhler“ hat sie den letzten Stich gemacht, seitdem hat sie das Spielerglück verlassen. Die Hatzjäger und ihre Meute werden also nicht lockerlassen, bis sie ihren waidwunden Generalsekretär „zur Strecke“ gebracht haben. Damit aber bereiten sie ihr eine Abfuhr in Nordrhein-Westfalen. Und wiederum damit schießen sie jenen Landesverband ab, auf den sie vor allem gesetzt hatte. Rüttgers, Bosbach, Meyer, Arentz, das sollte doch wohl jene neue „Seilschaft“ werden, die an die Stelle der Pfälzer des Helmut Kohl treten sollte. Aber da hatte sie auf die falschen Pferde gesetzt. Wußte sie wirklich nichts vom „rheinischen Klüngel“ – oder wollte sie es nicht wissen? Oder hatte sie es gewußt und glaubte, sich diesen damit um so gefügiger machen zu können? Hält sie an Meyer fest, weil sie keine andere Alternative mehr hat, oder spürt sie, daß die Zeit bis zur Bundestagswahl 2006 zu kurz ist, um sich noch anders orientieren zu können, weil sich die übrigen Landesverbände (Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg) schon von ihrem Oberbefehlshaber abzuwenden beginnen? Apropos Martin Hohmann: Der Abgeordnete hat seine Klage beim Berliner Landgericht eingereicht. Nach dem abweichenden Votum des Parteirichters Siebeke spricht alles dafür, daß der Parteiausschluß Hohmanns rechtsunwirksam ist, weil der Parteivorsitzenden auch dabei schwere Fehler unterlaufen sind. So wird im neuen Jahr auch dieser Bumerang noch einmal auf Merkel zurückschlagen. Dann wird sie spüren, was es heißt, daß die Massenmedien Gnade und Gerechtigkeit nicht kennen.

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