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Unmerkliche Vergiftung Carl Gustaf Ströhm

In Kroatien stehen am 23. November Parlamentswahlen ins Haus, und in der heißen Wahlkampfphase hat der Aufsatz eines anerkannten Wissenschaftlers für Kommunikation bei der Uno für großes Aufsehen gesorgt. Der Autor, der unlängst verstorbene Zagreber Politikprofessor Pavao Novosel, analysierte in einem Essay den heutigen Zustand der Massenmedien – und was er schrieb, bezieht sich nicht nur auf Kroatien, sondern auf viele Länder. Es gehe, so schrieb Novosel, heute nicht mehr um die „Zensur“ der Medien im klassischen Sinne. Diese primitive Form werde in den zivilisierten Ländern seit langem nicht mehr praktiziert. Jetzt seien vielmehr weitaus raffiniertere Techniken der Manipulation gefragt. Die große Mehrheit des Volkes sei außerstande, dies zu durchschauen und Lüge von Wahrheit zu unterscheiden. Das Bewußtsein der Menschen werde durch „Sensationalismus“ wie unter Drogen gesetzt. Für die Machthaber oder Medienmagnaten ungünstige oder unerwünschte Nachrichten würden unterdrückt oder – wie etwa bei Meinungsumfragen – regelrecht gefälscht. Novosel zeigte sich verwundert, wie sehr gewisse Medien, vor allem Tageszeitungen, einander ähnliche Meinungen oder Positionen vertreten – so als handelten sie nach den Anweisungen eines „geheimen Zentrums“. Dafür gebe es natürlich keine Beweise. Das frühere Mitglied des Verwaltungsrates der Nationalakademie der Wissenschaften der USA erwähnte, daß sich etwa in Deutschland die Mehrheit der Journalisten „links“ orientiere. Außerdem lebten viele Journalisten in der Angst, ihren Job zu verlieren, wenn sie nicht „konform“ schrieben. Deshalb sei für diese Leute entscheidend, was die „formellen oder informellen“ Entscheidungsträger gerne hören wollten. Bei denen aber sei Kritik am „Establishment“, zu dem sie selber gehören, nicht erwünscht. Mehr noch mache ihn die Tatsache besorgt, daß das „Bewußtsein unserer Bürger“ an die Wertvorstellungen des „dirigistischen Kapitalismus“ angepaßt wird. Dieser habe keinerlei Beziehung zum Leben in der Gemeinschaft, zur Familie, zu solider schöpferischer Arbeit oder zur Moral. Wichtig sei nur der individuelle Erfolg im Leben, der sich durch Profit oder Gehalt ausdrückt. In fast allen Tageszeitungen fänden sich – so Novosel – zahlreiche Fotos „erfolgreicher“ Personen, oft Sängerinnen oder Sänger, die sich weiß Gott auf welche Weise bereicherten. Lebenserfolg werde nur noch in Geld gemessen, das zu Besitz und „auffälligem Konsum“ (conspicuous consumption) führe. Vor allem die jungen Menschen könnten sich gegen diese Manipulation des Bewußtseins kaum wehren. Sie seien täglich „subkutanen Injektionen“ ausgesetzt, wonach im Leben nur der Besitz zähle – nicht aber die Gemeinschaft und Arbeit für das Gemeinwohl. Viele junge Menschen hätten die Aussichtslosigkeit ihrer Lage in einem Milieu erkannt, das ihnen hartnäckig Profit und Bereicherung als einzige Kriterien anbiete. Novosel sprach von einer „unmerklichen Vergiftung“, die viel gefährlicher sei als Manipulation. Hier werde wie in fernen stalinistischen Zeiten ein raubtierhaftes Wertesystem propagiert. Es gehe nicht um Zensur, sondern um die „Funktionalisierung“ der Medien. „Wie kann man überhaupt über journalistische Ethik sprechen, wenn das tägliche Brot des Journalisten von den Medieneigentümern oder von irgendwelchen herrschenden Gruppen abhängt ?“ fragt Novosel am Schluß. Wer wollte ihm da widersprechen?

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