Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Moral der Heimatfront

Er zieht mal wieder überall ein: in Videotheken, Tankstellen, Supermärkten – der Pappkamerad. Seine Gattung, die auch hierzulande unter dem Anglizismus „Stand up“ vertrieben wird, erinnert an die dazugehörige „Comedy“. Doch es ist gar nicht mehr lustig, wenn einen überall Robbie Williams angrient. Befürworter könnten einwenden, daß die Stars nun endlich auf Normalformat gestutzt werden und man sie – bei Bedarf – auch zusammenfalten kann. Dafür aber muß man sie aber erwerben, Superman oder Homer Simpson etwa kosten exakt 44,43 Euro, in der Schweiz kommt Jesus für 99 sFr zu einem nach Haus. Das ist wesentlich teurer als in den USA, wo man derzeit anstelle des im Krieg befindlichen Papas einen „Flat Daddy“ anschafft. Der ist echt „von Pappe“, und doch soll er als neueste Geheimwaffe die Familien trösten und die Moral an der Heimatfront hochhalten. Zu Tisch hält er Nulldiät, schließlich ist er von Haus aus pappsatt. Wirklich lustig ist auch das nicht. Fehlt nur noch der Werbespot: „Ich hab einen Pappkameraden, einen bess’ren, sprich: billigeren find’st du nicht!

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