Heute die Wahl, morgen dann WM

Hat das Schröder nicht gut gemacht? Bundestag aufgelöst, Wahl ein Jahr vorverlegt, Wahlkampf erheblich verkürzt. – Freuen wir uns also auf die mediale Verkündung der Wahlentscheidung am 18. September: auf den fairen Wettstreit zwischen ARD, ZDF, SAT 1 und RTL um die besten Prognosen, Hochrechnungen und Einschaltquoten. Auf die schneller als der Ölpreis steigenden Säulendiagramme, auf die verschiedenfarbigen Stückchen der Parteientorte. Freuen wir uns auf die Einschätzung von Meinungsforschern, Soziologen und Politikprofessoren. Schließen wir Wetten ab, wer als erster unter den Moderatoren das Wort „Elefantenrunde“ und unter den Politikern das Wort „Niederlage“ ausspricht. Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Tun wir es Männern wie Schröder gleich, sehen wir es einfach mal positiv: Was wäre denn von einer Wahl 2006, also im Jahr der Fußballweltmeisterschaft, wirklich zu erwarten? Erst Vorfreunde und feierliche Eröffnung der WM, aber dann? Das plötzliche Aus der kickenden Hoffnungsträger in der Vorrunde, wüste Vorwürfe von Stoiber in Richtung des Noch-Kanzlers, obwohl er doch sein Eröffnungsspiel in München hatte. Die Niederlage der Fußballer in Schwarz-Weiß zeige deutlich – würde die CDU argumentieren -, wie sehr Rot-Grün Deutschland zu einem Schwellenland herabsinken ließ. Gefolgt vom Postulat des politischen Gegners: Der historische Fußballsieg Ecuadors sei ein wesentlicher Beitrag zur Völkerverständigung. Nein, dann lieber Wahlabend jetzt, wenn die Zukunft noch nicht Vergangenheit ist. Schon Rio Reiser forderte: „Wann, wenn nicht jetzt, wo, wenn nicht hier?“

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