Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Kleinweich

Seit Jahren ächzt die Computerindustrie nun schon unter der gesunkenen Nachfrage. Hatte dereinst der Internetboom den Absatz von PCs und Servern beflügelt, so sehen heute viele private Nutzer den Sinn einer Neuanschaffung nicht mehr ein, da ein drei bis vier Jahre alter PC es oft auch noch tut. Ähnlich verhält es sich auch bei den Unternehmen. Einzig die gestiegene Nachfrage verbunden mit gesunkenen Preisen bei Notebooks und immer populäreren drahtlosen Netzwerken haben die PC-Hersteller über Wasser gehalten. Diese Krise dürfte sich jedoch in den nächsten Jahren wieder legen, wenn Microsoft seinen Windows-XP-Nachfolger (Codename „Longhorn“) präsentiert, welcher durch seine umfangreichen neuen Komfortfunktionen einen enormen Hunger nach Prozessorleistung verspricht, und damit auch den PC-Absatz forcieren dürfte. Neben integrierten Informationsdiensten – zur Zeit verhandelt man mit eBay und einigen Nachrichtenanbietern – soll die neue Arbeitsoberfläche „Avalon“ für gesteigerte Produktivität und Konnektivität sorgen. Übrigens: Reichte 1969 noch die Rechenleistung von zwei Commodore C=64 Heimcomputern, um auf dem Mond zu landen, bedarf es in der heutigen Zeit mindestens der (vielfach höheren) Geschwindigkeit eines Pentium II, um Windows vernünftig zu betreiben. Die Entwicklungskosten für Longhorn bezifferte Bill Gates interessanterweise kürzlich in der Presse als genauso hoch wie die Ausgaben der USA für die erste bemannte Mondfahrt. Oder meinte er damit die Ausgaben für die Inszenierung einer angeblich gar nicht stattgefundenen Expedition, hinterfragt Euer EROL STERN

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