Kein Anschluß

Bisher war eigentlich alles ganz einfach: Wenn man eine Telefonnummer wählt, merkt man ziemlich schnell, ob man richtig verbunden ist, sich verwählt hat oder die Nummer, durch ein sonores „Kein Anschluß unter dieser Nummer“ verkündet, gar nicht (mehr) existiert. Dennoch hat sich bisher kaum jemand so richtig tiefschürfende Gedanken über diese wichtigen soziokulturellen Aspekte unserer Telekommunikationskultur gemacht. Nun stelle man sich mal vor, statt der Ansage würde eine Werbemelodie erklingen. Dann hätte man immerhin den Trost, in Sachen Wasch- und Geschirrspülmittel auf dem neuesten Stand menschlichen Forscherdrangs zu sein, oder könnte sich in der Gewißheit wiegen, über die aktuellsten Automodelle informiert zu sein. Zwar sind wir beim Telefonieren von derlei Errungenschaften verschont geblieben, doch sinnt der Internetdienstleister VeriSign derzeit nach Möglichkeiten, diesen Umstand im Internet zu ändern. Wer bisher auf einer nicht existenten Seite landete, wurde von einer lieblosen Fehlermeldung begrüßt oder (als Nutzer des MS Internet Explorer) zu Microsofts Suchmaschine MSN zwangsverfrachtet. Da hört sich der Plan von VeriSign, die seit Bestehen des Web das Vergabe- und Verwaltungsmonopol auf alle .com- und .net-Adressen haben, statt dessen Werbung anzuzeigen, zunächst charmanter an. Andererseits fragt man sich jedoch, wo dabei die Grenzen gezogen werden. So könntet Ihr in Erklärungsnot geraten, wenn beim mißglückten Aufruf einer Suchmaschine plötzlich eine Erotikseite erschiene – natürlich, wenn der Chef seine Runde macht -, fehlermeldet Euer EROL STERN

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