Befreier

Gute Nachrichten vom ZDF: Dort lief kürzlich die Doku-Serie „Willkommen im Camp“. Sie handelte von deutschen Kriegsgefangenen in US-Gefangenschaft. Diesen ging es weit besser als ihren Kameraden, die nach Sibirien mußten. Lob für Guido Knopp an dieser Stelle? Nein. Die Fernsehdokumentation war wirklich lehrreich. Deutsche Soldaten kamen zu Wort. Und wer die Sendung genau verfolgt hat, dem ist ein Wesenszug mancher Amerikaner nicht verborgen geblieben: Die Ex-Gefangenen berichteten, daß die Verhältnisse sich nach dem 8. Mai 1945 zum Schlechten gewendet haben. Das ist typisch für Teile der hysterischen amerikanischen Gesellschaft. Solange das Reich Sanktionsmöglichkeiten gegenüber amerikanischen Kriegsgefangenen hatte, wurden ihre deutschen Schicksalsgenossen verhältnismäßig gut behandelt. Als diese nicht mehr bestanden, kehrten die „Befreier“ ihre wahre Natur zum Vorschein. Eisenhower und die Rheinwiesen lassen grüßen. Die Briten werden statt dessen in positivem Licht dargestellt. Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen im Irak zeigen, wie feige Teile der US-Gesellschaft sind. 330 Opfer hat der imperiale Feldzug der USA bislang gefordert. Ein Prozent des Inlandsprodukts kostet die Besatzung des Landes. Und das ist schon zuviel für die Amerikaner, die ihrem Präsidenten blind in diesen Krieg gefolgt sind. Vielleicht hätten sie sich früher überlegen sollen, ob sie sich für einen Krieg gegen ein Land entscheiden, an dessen Schuld zu jedem Zeitpunkt große Zweifel bestanden.

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