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Michael Douglas spielt eine Hauptrolle in der Serie "The Kominsky Method" Foto: picture alliance / Everett Collection | ©Netflix/Courtesy Everett Collection
Michael Douglas spielt eine Hauptrolle in der Serie „The Kominsky Method“ Foto: picture alliance / Everett Collection | ©Netflix/Courtesy Everett Collection

Serienkritik „The Kominsky Method“
 

Vom Älterwerden und Dämonen der Vergangenheit

Chuck Lorre hat es wieder getan. Der Erfolgsproduzent von Serien wie „Roseanne“, „The Big Bang Theory“, „Mom“ und „Two and a Half Men“ hat mit „The Kominsky Method“ wieder eine großartige Serie produziert. Die dritte und letzte Staffel ist nun auf Netflix erschienen.

Die Hauptfiguren der Serie sind die Freunde Sandy Kominsky (Michael Douglas) und Norman Newlander (Alan Arkin). Zusammen haben die beiden schon eine Menge durchlebt. Sandy betreibt zusammen mit seiner Tochter eine Schauspielschule in Hollywood, in der er auch unterrichtet. Er versucht, sein Wissen über die Schauspielerei zu vermitteln, obwohl er selbst auf keine erfolgreiche Schauspielkarriere zurückblicken kann und seine besten Jahre als Mime längst vorbei sind. Douglas, der selbst über 70 Jahre alt ist und seine besten Filme hinter sich hat, kann im Gegensatz zu Kominsky jedoch eine erfolgreiche Karriere vorweisen.

Der zehn Jahre ältere Norman ist Sandys Agent und bester Freund. In der ersten Staffel steht Sandy vor der Herausforderung, Privates und Berufliches in Einklang zu bringen. Norman muß den Krebstod seiner Frau verkraften und sich mit seiner alkohol- und drogenabhängigen Tochter Phoebe herumschlagen. Diese wird von Lisa Edelstein gespielt, die vielen aus „Dr. House“ bekannt sein dürfte.

Namhafte Stars haben viele Gastauftritte

Bei der Serie handelt es sich um kein Actionformat. Vielmehr lebt sie von den Figuren und den Dialogen. Die teils bizarre – jedoch niemals überdrehte – Alltagskomik könnte sich genauso im realen Hollywood abspielen.

Auf die Frage eines Rabbis während der Trauerfeier für seine verstorbene Frau, was für eine Art Jude Norman denn sei, da er sich nicht an die korrekten jüdischen Trauerrituale halte, antwortet dieser: Ein atheistischer!

Es gibt viele Gastauftritte von namhaften Stars wie Jay Leno und Morgan Freeman. Auch kleinere Nebenrollen sind mit Stars wie Danny de Vito besetzt, der Kominksys Urologen spielt.

Tochter und Enkel haben ihre ganz eigenen Probleme

Neben den ganzen Zoten kommt die Geschichte nicht zu kurz. Die kleinen und größeren Probleme im Leben werden liebevoll in die Handlung verpackt. Der Jugendwahn Hollywoods wird auf die Schippe genommen. Man lernt, daß nicht Geld und Schönheit die erstrebenswerten Ziele im Leben sind, sondern die richtigen Freunde und Familienangehörigen.

Die zweite Staffel läßt Norman seine Lebenslust wiederfinden, die er nach dem Tod seiner Frau verloren hatte. Auf einer Beerdigung trifft er auf seine alte Jugendliebe Madelyn (Jane Seymour). Das alte Feuer entflammt erneut und Norman schwebt im Siebten Himmel. Alles könnte so schön sein, wenn er sich nicht mit seiner frisch aus der Entzugsklinik entlassenen Tochter herumschlagen müßte.

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Daneben betritt auch ihr Sohn Robby (Haley Joel Osmen), sein Enkel, die Bühne. Der ist gerade bei Scientology ausgestiegen oder besser gesagt, vor der Sekte geflohen. Er hat dabei nicht nur eine große Menge Geld mitgenommen, sondern auch die Lehren von Sektengründer Ron Hubbard. Denn denen schwört er nicht ab. Praktisch, wenn der Großvater ein gefragter Agenturchef ist, der am Telefon die Probleme gleich mit Scientology-Mitglied Tom Cruise persönlich aus der Welt zu schaffen versucht.

Die Serie findet einen würdigen Abschluß

Sandy bekommt dagegen von seinem Arzt, gespielt von Bob Odenkirk, bekannt aus „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“, eine gesundheitliche Hiobsbotschaft und lernt seinen Schwiegersohn in Spe kennen.

Die kürzlich erschienene Staffel muß ohne Arkins auskommen, der sich gegen eine weitere Teilnahme entschieden hatte. Leider fehlen dadurch die sarkastischen und nicht immer ganz politisch korrekten Dialoge zwischen den beiden grantigen Nörglern.

Trotzdem sind die sechs Folgen sehenswert. Im Fokus stehen Normans Erbschaft, die fair verteilt werden muß, die Herausforderungen des Älterwerdens und das Abschließen mit den Dämonen der Vergangenheit. Die letzte Staffel sprüht trotz der Abwesenheit von Arkin vor intelligentem Humor und bietet einen würdevollen Abschluß.

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„The Kominsky Method“, drei Staffeln mit 22 Folgen bei Netflix. 

Michael Douglas spielt eine Hauptrolle in der Serie „The Kominsky Method“ Foto: picture alliance / Everett Collection | ©Netflix/Courtesy Everett Collection
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