Der Chef der Identitären Bewegung Österreich, Martin Sellner Foto: picture alliance/chromorange
„Vernichtungsfeldzug“

YouTube sperrt Kanal von Identitären-Chef Sellner

WIEN. Die Videoplattform YouTube hat den Kanal des Chefs der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ), Martin Sellner, gelöscht. „Nach Facebook, Instagram, Paypal und über 15 Bankkonten soll mir auch noch das Sprachrohr genommen werden, mit dem ich mich gegen Medienlügen wehren konnte“, sagte Sellner am Dienstag der JUNGEN FREIHEIT.

Er werde einen Anwalt einschalten. „Das Ganze war kein Betriebsunfall oder Zufall: Man will von der AfD bis zur IB, von Heinz-Christian Strache bis zu mir, mit Deplatforming und Razzien, Verfassungsschutzbeobachtungen und Antifa-Angriffen jeden vernichten, der die globale Migrationsagenda kritisiert“, ergänzte der IBÖ-Chef.

Wegen Verletzung der Gemeinschaftsrichtlinien gelöscht

Das zum Alphabet-Konzern (früher Google) gehörende Unternehmen habe den Kanal mit rund 107.000 Abonnenten wegen grober Verletzung der Gemeinschaftsrichtlinien gelöscht. „Inhalte, in denen Gewalt gegen Einzelne oder Gruppen verherrlicht oder dazu aufgerufen wird, sind auf YouTube verboten“, hieß es laut Sellner in der entsprechenden Nachricht von YouTube.

Der Österreicher sprach in einer Stellungnahme auf seiner Website von einem „bisherigen Gipfelpunkt des digitalen Vernichtungsfeldzugs gegen meine Person“. Nach Tausenden Stunden Arbeit für den Aufbau des Kanals sei die Sperrung ernüchternd. „Aber selbstverständlich habe ich täglich damit gerechnet und mir keine Illusionen gemacht. Wir befinden uns in einer feindlichen Matrix. Google ist, wie jüngste Leaks unwiderlegbar bewiesen haben, kein neutraler Dienstleister, sondern ein politischer Akteur, der aufseiten der globalen Migrationsagenda steht.“

Erst vor kurzem hatte YouTube den Kanal des 19 Jahre alten Videobloggers Niklas Lotz gelöscht. Der unter dem Nicknamen „Neverforgetniki“ bekannte YouTuber hatte rund 72.000 Abonnenten. Am vergangenen Donnerstag teilte der Medienanwalt Joachim Steinhöfel mit, YouTube habe den Kanal „vor Ablauf der von uns gesetzten Frist wiederhergestellt“. Es würden Schadenersatzansprüche geprüft. (ls)

Der Chef der Identitären Bewegung Österreich, Martin Sellner Foto: picture alliance/chromorange

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