Satire

Manische Culpathie

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Fiktive Wissenschaftssendung: Mit Satire Mut machen Screenshot: JF

Die Deutschen leiden unter einer speziellen Krankheit, der manischen Culpathie. In einer Wissenschaftssendung des japanischen Fernsehens berichtet der Deutschlandexperte Asigi Kogugawa von seinen Untersuchungen.

Kogugawa: „Die Deutschen wollen die Schulden der anderen Länder übernehmen und sich in Zukunft von Belgien aus regieren lassen.“

Darauf die Moderatorin: „Oh!“ Wieder der Experte: „Unglaublich, aber wahr.“ Dann erklärt er, die Deutschen hätten einen Selbstmordpakt geschlossen, um sich aus der Weltgeschichte zu verabschieden. Der Grund: ihr Schuldkomplex wegen der NS-Zeit.

Sarkastische Kurzfilme mit politischem Inhalt

Ein Youtube-Video sorgt für Furore. Über 36.000mal wurde es bereits angeschaut. Und der neue Begriff „manische Culpathie“ hat bereits über 8.000 Google-Treffer. Der Clown Union ist mit diesem fünfminütigen Spaßfilm mit fiktiven Untertiteln, in dem die Japaner in Wirklichkeit über Probleme der chinesischen Energiepolitik reden, ein neuer Coup gelungen.

Seit August veröffentlicht der unbekannte Filmemacher im Clownskostüm diese sarkastischen Kurzfilme mit politischem Inhalt. Scharf geißelt er die Euro-Rettungs-, Schulden- und Zuwanderungspolitik und gibt deren Protagonisten, allen voran die Bundeskanzlerin, der Lächerlichkeit preis.

„Waffe im Kampf gegen das Gutmenschentum“

So dient diese Art von Satire, wie ein Kanalkommentator zutreffend anmerkt, als „Waffe im Kampf gegen das Gutmenschentum“. Eine ausgesprochen wirksame noch dazu: Denn sie ist nicht nur witzig, spritzig und modern, sondern transportiert auch klare und leicht verständliche Botschaften, selbst wenn der Humor manchmal etwas flach erscheint und manchmal allzusehr unter der Gürtellinie liegt.

Wer steckt hinter der Clown Union? Fest steht, daß es sich um ein „Ein-Mann-Projekt“ handelt. Seinen Namen will der Macher öffentlich nicht preisgeben, nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen, denn schon einmal war er Zielscheibe eines linksextremen Hackers, den er ironisch „einen Toleranten“ nennt.

Ursprünglich war er beeindruckt von den Zahlen, die die „Protagonisten der Tagesschau“ um sich werfen: „Eine Milliarde‚ zehn Milliarden, hundert Milliarden!“ Als Antwort darauf wollte er ein kleines Video produzieren, das zeigt, wie solche (Falsch-)Geldmengen in der Wirklichkeit aussehen. Eine einmalige Sache. Die Zustimmung seiner „Fangemeinde“ veranlaßte ihn dann weiterzumachen.

Videos sollen Mut machen

Mittlerweile sind es über dreißig Videos, ungefähr jede Woche kommt ein neues hinzu. Am erfolgreichsten war bislang „Der Islam gehört zum Christian (Wulff)“ mit fast 37.000 Aufrufen. Bald wird Manische Culpathie es ablösen.

Anders als ein gewöhnlicher „Zirkusclown“ will er aber die Zuschauer nicht nur zum Lachen animieren. Er möchte ihnen Mut machen, sich nicht länger von der „Droge“ Fernsehen indoktrinieren und als „(GEZ-)Zahldrohne“ mißbrauchen, kurzum: entmündigen zu lassen. So fordert er seine Zuschauer explizit auf, auf die Straße zu gehen, und zwar gegen den Euro – und den Fernseher auf den Müll zu befördern. Letzteres ist freilich nicht unbedingt wörtlich zu  nehmen, ersteres hingegen schon.

JF 10/12

> Die „manische Culpathie“ auf Youtube

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