Frankfurter Buchmesse: „Die Psychologie der Niederlage“

Stein
JF-Chefredakteur Dieter Stein (links) im Gespräch mit Thorsten Hinz am Stand der JUNGEN FREIHEIT auf der Frankfurter Buchmesse Foto: JF

FRANKFURT/MAIN. Die von Thilo Sarrazin losgetretene Debatte zur Integration bewegt noch immer ganz Deutschland. Bis heute hat sich sein Buch, „Deutschland schafft sich ab“ über eine Million mal verkaufte. Bild-Zeitung und Spiegel veröffentlichten vorab Auszüge, seither reist Sarrazin von Talkshow zu Talkshow, um seine Thesen zu verbreiten.

Doch was noch schwerer wiegt: erstmals hat die Linke die Meinungs- und Deutungshoheit über ein Thema verloren, das für die Zukunft Deutschlands existentiell ist. Doch nun könnte ein Gegenschlag drohen, warnt der Berliner Publizist und JF-Autor Thorsten Hinz. Ein erstes Anzeichen dafür sieht er in dem kürzlich von der taz veröffentlichten Aufruf zur freiwilligen Selbstzensur. Sie ist für ihn ein weiterer Beleg für die in Deutschland seit Jahrzehnten gepflegte „Psychologie der Niederlage“.

In seinem gleichlautendem, am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellten Buch setzt sich Hinz mit den Auswirkungen des verlorenen Zweiten Weltkrieges auf die Mentalität der Deutschen und das Verhalten ihrer Funktionseliten in Politik und Kultur auseinander. Hinz kommt zu dem Schluß: „Eine Nation, die ihre Vergangenheit verwirft und unter moralischen, ja kriminellen Generalverdacht stellt, konzediert ihre eigene Unmöglichkeit und gibt den moralischen Anspruch auf eine selbstbestimmte Zukunft preis.“ (JF)

> DDR light. Politische Tabus und gewollte Denkverbote?

> Das linke Netz“

Weitere Veranstaltungen am JF-Messestand:

Sonnabend, 9. Oktober

Politik, Wirtschaft und Medien

11 Uhr: Der Fall Sarrazin und die Meinungsfreiheit

mit Dr. Erik Lehnert (Publizist, Institut für Staatspolitik) und Michael Paulwitz (Publizist)

14 Uhr: Staatsbankrott – Folgen für die EU-Haushalte

mit Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb (Volkswirt, Unternehmens- und Vermögensberater), Dr. Klaus Peter Krause (langjähriger Leiter der FAZ-Wirtschaftsberichterstattung) und Michael Grandt (Buchautor und Enthüllungsjournalist)

15.30 Uhr: Zukunft der Wochenpresse

mit Prof. Dr. Günter Zehm (Publizist und Philosoph, Universität Jena) und Dieter Stein (Chefredakteur und Herausgeber der JUNGEN FREIHEIT)

Sonntag, 10. Oktober

20 Jahre Deutsche Einheit

11 Uhr: Einheit und Freiheit als umkämpfte Werte

mit Siegmar Faust (ehemaliger Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen im Freistaat Sachsen) und Detlef Kühn (ehemaliger Präsident des Gesamtdeutschen Instituts)

Alle Leser der JF sowie alle Messebesucher sind herzlich eingeladen, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.

Die JUNGE FREIHEIT auf der Frankfurter Buchmesse finden Sie in Halle 3.1, Stand A 100.

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