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Kinder mit Bondage-Teddybären: Balenciaga-Kampagne: Ein Hauch von Schwefel liegt in der Luft

Kinder mit Bondage-Teddybären: Balenciaga-Kampagne: Ein Hauch von Schwefel liegt in der Luft

Kinder mit Bondage-Teddybären: Balenciaga-Kampagne: Ein Hauch von Schwefel liegt in der Luft

Werbekind von Balenciaga: Das Modehaus sorgt mit einer BDSM-Werbekampagne für Fassungslosigkeit
Werbekind von Balenciaga: Das Modehaus sorgt mit einer BDSM-Werbekampagne für Fassungslosigkeit
Gelöschtes Werbebild von Balenciaga Foto: Twitter
Kinder mit Bondage-Teddybären
 

Balenciaga-Kampagne: Ein Hauch von Schwefel liegt in der Luft

Die Kritik an Balenciaga reißt nach Pädophilie-Vorwürfen wegen einer Kampagne des Modehauses nicht ab. Die Beteiligten schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Nutzer in den sozialen Medien, die die abstoßenden Werbefotos auf jedes winzige Detail inspizieren, haben ihre eigene Theorie.
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Die Schwefelschwaden, die sich um Balenciagas Skandal-Kampagne gelegt haben, wollen einfach nicht vorüberziehen. Rund eine Woche ist vergangen, seitdem das Modehaus für seine verstörende Werbung, die Kinder mit Fetisch-Stoffbären in Bondage-Geschirr zeigte, in die Kritik geriet.


Der Konzern hat sich mittlerweile mehrfach für die Kampagne entschuldigt und kündigte an, Konsequenzen zu ziehen. Der Druck ist gewaltig. In den sozialen Medien fluteten Nutzer die Kommentarspalten von Prominenten, die mit dem Label zusammenarbeiten und drängten sie zu einer Stellungnahme. Reality-TV-Sternchen Kim Kardashian äußerte sich am Montag schließlich auf Twitter. Sie sei schockiert und angewidert von der Kampagne und überlege sich, die Zusammenarbeit mit Balenciaga aufzukündigen, schrieb die Mutter von vier Kindern.

Viele halten das für scheinheilig. „Wenn Balenciaga etwas gesagt hätte, daß die LGBTQ-Community beleidigt hätte, würde jeder Prominente sofort die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen beenden. Balenciaga hat Kinderpornographie beworben und nahezu jeder Star beschweigt es“, kritisierte die US-YouTuberin Blaire White.

Nach wie vor dominiert die Frage: Wer war für die Gestaltung der obszönen Kampagne verantwortlich? Aktuell scheint es sich um ein gemeinschaftliches Versagen von Balenciaga, ihrem Kreativchef, dem Set-Direktor und dem Fotografen zu handeln. Letzterer wehrt sich gegen jedweden Vorwurf. Nach dem Motto „Ich habe nur Befehle ausgeführt“, ist sich der italienischstämmige Profiknipser Gabriele Galimberti keiner Schuld bewußt. Er sei nicht für die Gestaltung des Sets verantwortlich.

Balenciaga verklagt Produktionsfirma

Während Galimberti also mit dem Finger auf Balenciaga zeigt, verweist das Unternehmen geradewegs auf die Produktionsfirma North Six, die samt ihrem Set-Designer Nicholas Des Jardins offenbar für die Ausgestaltung der Kulisse zuständig war. Doch es bleibt nicht bei Anschuldigungen. Balenciaga geht nun rechtlich gegen North Six vor und fordert satte 25 Millionen Euro Schadensersatz.

Nutzer in den sozialen Medien geben sich damit nicht zufrieden. Die geballte Schwarmintelligenz des Internets hatte das Ausmaß des Ganzen überhaupt erst ans Tageslicht gebracht. Geeint in der Empörung darüber, Kinder mit sexuellen Praktiken der Fetisch-Szene in Verbindung zu bringen, inspizierten sie selbst kleinste Details der veröffentlichten Motive. Und sie wurden fündig.

Für die Werbung der sogenannten Hourglass Bag zeigte Balenciaga einen chaotischen Schreibtisch, auf dem sich unter anderem Bücher stapelten. Unter der beworbenen Tasche lugte auch ein ganz bestimmter Text hervor. Es handelte sich um ein Gerichtsdokument des Prozesses „Ashcroft v. Free Speech Coalition“ aus den frühen 2000ern. In dem Fall wurde darüber verhandelt, ob virtuelle Kinderpornographie als freie Meinungsäußerung gilt.

 Ebenfalls auf dem Tisch lag ein Bildband über die Werke des belgischen Künstlers Michaël Borremans. Einzelne seiner Gemälde zeigen okkulte Rituale. So sind auf einem davon beispielsweise Personen in schwarzen Kutten und gleichfarbigen Kapuzen mit Sehschlitzen zu sehen, die sich im Kreis um einen Dachs versammeln.

Stylistin teilt Bilder von Kindern in lasziven Posen

Das Gemenge aus Okkultismus, sexuellem Fetisch und dem Thema Pädophilie bei der Kampagne halten viele Nutzer der sozialen Medien für keinen Zufall. Selbst wenn niemand genau genug hingesehen hat, wie es von Balenciaga heißt: Irgendwer hat das Konzept im Auftrag des Unternehmens schließlich ausgearbeitet und die Objekte am Set platziert.

Viele halten die gefeierte Stylistin Lotta Volkova für das „Mastermind“ hinter der Werbung. Die Russin arbeitete in der Vergangenheit mit zahlreichen Unternehmen der Modeindustrie zusammen, darunter Vogue, Adidas und auch Balenciaga. Laut dem US-Magazin Newsweek bestreitet sie, in irgendeiner Form an der Kampagne beteiligt gewesen zu sein. Ihre Instagram-Beiträge wirken jedoch wie eine Blaupause für die Bilder von Balenciaga. Immer wieder teilte Volkova Fotos von gefesselten Teddybären. Auch vermeintlich künstlerische Bilder von gefesselten oder gar aufgeschlitzten Kindern oder Heranwachsenden in lasziven Posen sind auf ihrem Profil immer wieder zu finden. Mittlerweile ist ihr Konto nicht mehr öffentlich einsehbar.

Andere Nutzer halten den Modedesigner Demna Gvasalia für den Kopf der Kampagne. Immerhin müßte er als Kreativchef von Balenciaga bei wesentlichen Teilen das Zepter in der Hand gehabt haben. Während das Unternehmen den Kopf einzieht und die Schuld bei anderen sucht, geht die Spurensuche in den sozialen Medien weiter. Wenn es um das Wohl von Kinder geht, hört für viele der Spaß auf.

Gelöschtes Werbebild von Balenciaga Foto: Twitter
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