Langen Müller Josef Kraus Der deutsche Untertan
Sky-Kommentator Dahlmann
Sportmoderator Jörg Dahlmann in der Talkshow Lanz (2013) Foto: picture alliance / rtn – radio tele nord | rtn, ulrike blitzner

Wegen Sushi-Spruch
 

Nach Kündigung: Sky-Moderator wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

BERLIN. Der vom Bezahlsender Sky gekündigte Fernsehmoderator Jörg Dahlmann hat sich gegen Rassismus-Anschuldigungen verwahrt. „Ich wehre mich mit Händen und Füßen gegen diese Vorwürfe. Ich hasse Rassismus!“, schrieb Dahlmann am Wochenende auf Instagram. „Weltoffenheit und Diversität sind mir wichtige Anliegen.“

 

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Der TV-Sender SKY hatte die Zusammenarbeit mit Dahlmann am Freitag vorzeitig beendet. Anlaß war eine Aussage des Kommentators während der Zweitliga-Partie Hannover 96 gegen Erzgebirge Aue am vorvergangenen Sonnabend.

Als Hannovers japanischen Abwehrspieler Sei Muroya eine Chance vergab, sagte Dahlmann: „Es wäre sein erster Treffer für 96 gewesen. Den letzten hat er im Land der Sushis geschossen.“ Die Bezeichnung „Land der Sushis“ wurde ihm daraufhin von einigen Kritikern in den sozialen Netzwerken als Rassismus angekreidet. Eine Woche später kündigte Sky Dahlmann nun deswegen.

Spruch über Sophia Thomalla

Sein Vertrag wäre allerdings ohnehin im Juni ausgelaufen. Sky hatte diesen nach Kritik an einer früheren Aussage Dahlmanns zum kommenden Sommer beendet. Der 62jährige hatte kurz vor Weihnachten das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem SC Paderborn kommentiert. Damals stand der zweite Torwart von Union, Loris Karius, zwischen den Pfosten im Stadion an der Alten Försterei. Er ist mit der Schauspielerin Sophia Thomalla liiert.

 

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Karius sitze ja meistens auf der Ersatzbank, sagte Dahlmann und fuhr dann fort: „Hat den Vorteil, daß er zu Hause kuscheln kann mit seiner Sophia Thomalla. Aber für so eine Kuschelnacht mit Sophia würde ich mich auch auf die Bank setzen.“

Auch danach hagelte es Kritik in den sozialen Medien und ihm wurde Sexismus vorgeworfen. Als Sky kurz darauf bekannt gab, Dahlmanns Vertrag nach der Saison nicht zu verlängern, wurde dies als Konsequenz auf dessen Äußerungen gewertet. Wie die Bild-Zeitung damals aber berichtete, sollen in Wahrheit Sparmaßnahmen ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen sein.

Anders nun im aktuellen Fall, der das sofortige Aus für Dahlmann bedeutete. Auf Instagram kritisierte der Kommentator die Entscheidung des Senders scharf. Er habe die Kündigung mit Bedauern entgegengenommen. „Einige Leute“ hätten aus seiner Sushi-Äußerung einen rassistischen Hintergrund „gebastelt“.

„Daß sich manch einer dem Diktat dieser Hater beugt, macht mich sehr traurig. Es ist ein Sieg ‘sozialer Hater’ über den freien Journalismus.“ Daß sich Sky aus diesem Grund von ihm getrennt habe, sei „nicht okay und nicht fair“. (krk)

Sportmoderator Jörg Dahlmann in der Talkshow Lanz (2013) Foto: picture alliance / rtn – radio tele nord | rtn, ulrike blitzner
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