1000 plus petition keine abtreibung bis zur geburt
Foto: picture alliance / Robert B. Fishman | Robert B. Fishman

Bewährung in Aussicht gestellt
 

Prozeß um Gruppenvergewaltigung: Richter-Angebot sorgt für Fassungslosigkeit

BERLIN. Das Angebot eines Richters am Landgericht Berlin hat am Mittwoch für Empörung gesorgt. Hintergrund ist ein Prozeß wegen Gemeinschaftlicher Vergewaltigung einer wehrlosen 17jährigen und die Herstellung jugendpornographischer Schriften, „die ein tatsächliches Geschehen wiedergeben“. Der Richter stellte den fünf Angeklagten laut BZ für den Fall eines Geständnisses eine Strafe auf Bewährung in Aussicht.

Im Oktober 2019 wurde laut dem Blatt in einer Suite im Hotel Westin Grand in Berlin eine Party gefeiert. Dabei sollen die in Deutschland geborenen Männer mit afrikanischen Wurzeln (Nigeria, Togo, Kamerun, Sierraleone) ein 17jähriges stark betrunkenes Mädchen vergewaltigt haben.

Die Männer im Alter von 20 bis 21 Jahren hatten sich dabei laut Anklage gefilmt. Die Aufnahmen seien als Beweismittel sichergestellt worden, ebenso das DNS-Material von drei mutmaßlichen Tätern.

Bewährungsstrafe bei Geständnis in Aussicht gestellt

Der Richter habe den Tätern während der Verhandlung angeboten, daß bei Geständnissen Bewährungsstrafen für sie in Betracht kämen. Ansonsten wäre eine Gefängnisstrafe wahrscheinlich. Bislang hätten die Männer das Angebot abgelehnt.

Eine Freundin des vergewaltigten Mädchens sei als Zeugin geladen gewesen. Da sie laut BZ aus Angst nicht erschien, sei sie mit einem Ordnungsgeld von 150 Euro oder sechs Tagen Gefängnis bestraft worden.

Die stellvertretende Parteivorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, reagierte mit Fassungslosigkeit auf das Angebot des Richters. „Und dann wundern wir uns, wenn die unsere Rechtsordnung nicht ernst nehmen? Wir wollen wieder #deutschlandabernormal. Und hier heißt das: KNAST!“, schrieb sie am Mittwoch auf Twitter.

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Ein Urteil wird für Anfang Juli erwartet. (hl)

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