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WhatsApp: Deutschlandflagge nicht mehr erwünscht Foto: picture alliance/Fabian Sommer/dpa / JF-Montage
Aprilscherz

WhatsApp entfernt Deutschland-Flagge

BERLIN. Der Kurznachrichtendienst WhatsApp will die Deutschlandflagge aus der Liste seiner Emojicons streichen. Als Grund teilte das Unternehmen mit, es handle sich bei der schwarzrotgoldenen Fahne um ein bei Rechtspopulisten beliebtes Symbol. So würden vor allem AfD-Politiker aber auch andere Rechtspopulisten das Deutschlandflaggen-Emojicon in sozialen Netzwerken als geheimes Erkennungszeichen untereinander nutzen. Bei einigen sei die Fahne sogar Bestandteil des Benutzernamens.

„Wir haben mittlerweile auch Kenntnis von geschlossenen WhatsApp-Gruppen, in denen sich selbsternannte Patrioten unter dem Emojicon zusammenfinden, um sich dort politisch auszutauschen und zu vernetzen. Darauf reagieren wir nun“, erläuterte WhatsApp-Europa-Chef Bharat Shan. Durch die Entfernung der Deutschlandflagge aus der Emojicon-Liste würden auch all diese Gruppen automatisch gelöscht.

Laut Shan ist die Maßnahme Teil des Facebook-Konzepts zur Bekämpfung von Fake-News. WhatsApp gehört seit 2014 zu Facebook. Das soziale Netzwerk hat sogenannten Hetzkommentaren ebenso wie dem gezielten Streuen von Falschnachrichten seit längerem den Kampf angesagt. In den vergangen Wochen hatte Facebook sein Vorgehen gegen Fake-News nochmals verschärft.

„Zeichen für gemeinsame und vernetzte Welt“

„Unsere Algorithmen haben gezeigt, daß der Anteil an Falschnachrichten überproportional hoch ist, wenn der Absender eine Deutschlandflagge in seinem Account-Namen trägt“, berichtete WhatsApp-Europa-Chef Shan am Mittwoch über die Ergebnisse einer firmeninterne Untersuchung.

Das Entfernen der Fahne solle aber noch einem weiteren Zweck dienen: „Als Unternehmen, das weltweit Hunderte Millionen von Nutzern verbindet, halten wir Symbole einzelner Nationalstaaten für überholt und unzeitgemäß. Mit der Abschaffung der Flagge wollen wir daher ein Zeichen für eine gemeinsame, vernetzte Welt setzen. Deutschland ist in Europa das Land mit den meisten WhatApp-Nutzern. Deshalb wollen wir hier beginnen“, begründete der 38 Jahre alte IT-Manager, der zuvor das Irland-Geschäft des Unternehmens geleitet hatte und zu Jahresbeginn in die Europa-Führung des Konzerns aufgestiegen war, die Pläne. Je nachdem, wie der deutsche Markt auf die Entscheidung reagiere, wolle man auch die Nationalflaggen weiterer Länder entfernen.

Notzinger: Noch weitere Emojicons ins Visier nehmen

Lob für die Entscheidung kam von den Grünen. Deren netzpolitische Sprecherin Christina Notzinger sprach von einem „überfälligen Schritt“ des Unternehmens. „Zu lange haben Anbieter wie WhatsApp, Twitter und Facebook die Existenz rechter Gruppen in ihren Netzwerken geduldet und zugesehen, wie sich dort zu gezielter Hetze verabredet wurde. Das Löschen des bei Rechtspopulisten jeglicher Couleur beliebten schwarzrotgoldenen Fähnchens ist daher ein wichtiges Zeichen.“

Dabei dürfe es jedoch nicht bleiben, mahnte Notzinger. Sonst wirke das alles nur wie ein schlechter Aprilscherz. „WhatsApp sollte sämtliche Accounts mit Deutschlandflagge im Namen stilllegen und ihre IP-Adressen und Telefonnummern für Neuanmeldungen sperren“, forderte die Netz-Expertin.

Zudem ermunterte die Grünen-Politikerin WhatsApp, noch weitere Emojicons ins Visier zu nehmen. Dazu zählten unter anderem der Smiley mit geschlossenem Reißverschluß als Mund sowie die Hand mit Victory-Zeichen. „Mit dem Reißverschluß-Smiley wollen Rechtspopulisten andeuten, es gebe Wahrheiten, die nicht ausgesprochen werden dürfen. Das fördert Verschwörungstheorien. Das Victory-Zeichen aus zwei Fingern hingegen wird zunehmend auch als geheimer Code dafür verwendet, daß es angeblich nur zwei Geschlechter gibt. Genau dieser Art von unterschwelligen Haßbotschaften muß WhatsApp dringend einen Riegel vorschieben.“ (krk)

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Liebe Leser, wie einige von Ihnen schon angemerkt haben, handelt es sich bei dieser Meldung um einen Aprilscherz.

 

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