Antisemitismus

Spuckattacke gegen jüdische Familie in München

MÜNCHEN. Erneut ist ein jüdischer Rabbi das Ziel eines antisemitischen Angriffs geworden. Der 53 Jahre alte Geistliche war am Samstag in München mit seinen zwei 19 Jahre alten Söhnen auf dem Heimweg von einer Synagoge wie die Bild-Zeitung unter Verweis auf Recherchen des ARD-Magazins Report Mainz berichtete.

Alle drei waren durch ihre Kippot als Juden zu erkennen. Zunächst rief demnach ein Mann von der gegenüberliegenden Straßenseite „Scheiß Juden“, entfernte sich dann aber. Über die Herkunft des Täters ist noch nichts bekannt.

Täterin: Orientalische Frau

Eine als orientalisch beschriebene Frau, die vom Vorfall Notiz nahm, ließ daraufhin die Fensterscheibe ihres Autos herunter und rief in Richtung eines Sohns „Scheiß Jude“. Als der sie dann zur Rede stellen wollte, spuckte sie ihm durch das geöffnete Beifahrerfenster ins Gesicht. Laut Polizei ist das Kfz-Kennzeichen der Fahrerin bekannt.

Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle (CSU) sieht in dem Vorfall „eine neue Qualität“ antisemitischer Übergriffe. Es handele sich um einen „Angriff auf den gesamten Stadtfrieden“.

Am letzten Juli-Wochenende war es in Berlin und Potsdam zu antisemitischen Vorfällen gekommen. Nach dem Gottesdienst wurde im Berliner Stadtteil Wilmersdorf der Rabbi Yehuda Teichtal von zwei Männern auf arabisch und deutsch beschimpft und bespuckt. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt in Begleitung eines seiner Kinder. Laut dem Tagesspiegel sollen die Täter unter anderem „Jude, Jude“ und „Freiheit für Palästina“ gerufen haben.

Israelische Zeitung bebildert Vorfall mit Hakenkreuz

Am selben Wochenende wurde der jüdische Student Marvin F. am Potsdamer Hauptbahnhof als „Drecksjude“ beleidigt und bespuckt. Wie der stets Kippa tragende F. der JUNGEN FREIHEIT berichtete, werde er mindestens einmal pro Woche judenfeindlich beleidigt.

Auch in Israel wurde über die Vorfälle berichtet. So verschweigt allerdings die englischsprachige Homepage der größten israelischen Zeitung Yedioth Acharonot, ynetnews.com, den Hintergrund der Täter. Zudem bebilderte sie die entsprechende AP-Meldung mit einem Hakenkreuz. (tb)

Mann mit Kippa in Synagoge Foto: picture alliance / Godong

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