Mülheim

Kaum Spenden für Vergewaltigungsopfer

MÜLHEIM. Der Fall sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen und Entsetzen: Eine Gruppe junger Bulgaren zwischen zwölf und 14 Jahren soll in Mülheim ein junge Frau vergewaltigt haben. Viele in Mülheim waren geschockt. So auch Sascha Prandstetter vom Verein „Solidarität in Mülheim“. Vorrangig sammelt die Organisation Spenden für Obdachlose, nachdem er von der brutalen Gruppenvergewaltigung gehört hatte, wollte er aber auch etwas für das 18jährige Opfer tun.

Auf Facebook rief er deshalb vergangene Woche zu einer Spendenaktion auf. „Wir können die Tat für das Mädchen nicht ungeschehen machen. Aber wir können ihr vielleicht ein wenig Ablenkung und ein Lächeln schenken“, schrieb er. Der WAZ sagte Prandstetter, er stehe im Kontakt zur Schwester des Opfers.

Spenden sollen Familie Auszeit ermöglichen

„Die Familie lebt aktuell in einer totalen Angst, daß so etwas noch einmal passiert und befürchtet, daß die Täter ihnen erneut auflauern könnten.“ Er hoffe deshalb, daß durch die Spendenaktion genug Geld zusammenkomme, damit die Familie Urlaub machen und sich eine Auszeit gönnen könne.

Die Bilanz fiel allerdings eher verhalten aus. In den ersten vier Tagen nach dem Aufruf fanden sich auf dem Spendenkonto rund 200 Euro. Zum Vergleich: Als kürzlich Spenden für die Flüchtlings-Kapitänin Carola Rackete gesammelt wurden, kamen – auch dank der tatkräftigen Unterstützung durch Prominente wie Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf – in kürzester Zeit mehrere hunderttausend Euro zusammen. (krk)

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Wer das Opfer und seine Familie über den Aufruf von „Solidarität in Mülheim“ unterstützen will, kann dies per PayPal oder Banküberweisung. Bankkonto: „Solidarität in Mülheim“ IBAN DE25 3625 0000 0175 1668 07

Übergriff auf eine Frau (nachgestellte Szene) Foto: picture alliance/dpa

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