Hofbraukeller
Münchner Hofbräukeller Foto: Wikimedia/Jorgeroyan mit CC-Lizenz https://goo.gl/P2283c
Münchner Hofbräukeller

Lokal wirft Studentenverbindungen Rufmord vor

MÜNCHEN. Der Münchner Hofbräukeller hatte Studentenverbindungen zu unerwünschten Gästen erklärt. Dafür hagelte es Kritik in sozialen Netzwerken. Nun wirft der Wirt den Couleurstudenten vor, ihm mit einer „Hetzkampagne“ zu schaden.

Alles begann im vergangenen Monat. Laut Angaben des Wirts Ricky Steinberg habe eine Studentenverbindung in dem Biergarten am Wiener Platz begonnen, die erste Strophe des Deutschlandliedes zu singen. Daraufhin hätten seine Frau und er sich entschlossen, Reservierungen von Studentenverbindungen künftig abzulehnen.

„Rechte Gesinnung“ wolle er in seinem Lokal nicht haben, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Zur ersten Strophe des Deutschlandliedes meinte er zu Abendzeitung: „Das hat einen nationalsozialistischen Touch, und das dulde ich nicht im Haus. Wir sind ein offenes Haus, werden es immer sein. München ist bunt, und dafür stehen wir auch.“

Couleurstudenten bemängeln Diskriminierung

Bedienung im Hofbräukeller: Studentenverbindungen sind unerwünscht Foto: Wikimedia/orgeroyan mit CC-Lizenz https://goo.gl/P2283c
Bedienung im Hofbräukeller: Studentenverbindungen sind unerwünscht Foto: Wikimedia/orgeroyan mit CC-Lizenz https://goo.gl/P2283c

Kurze Zeit später wollte die katholische Studentenverbindung Alemannia München einige Tische im Hofbräukeller reservieren, was Steinberg jedoch ablehnte. Die Verbindung machte die Absage im Internet öffentlich, worauf zahlreiche Couleurstudenten dem Wirt unter anderem auf Facebook Diskriminierung vorwarfen.

Wenn sich einige Mitglieder einer Studentenverbindung nicht angemessen benehmen würden, könne man deswegen nicht alle Bünde ablehnen, bemängelten sie. Andere forderten, ein Lokal, das die Nationalhymne als rechtsradikales Lied bezeichne, müsse geschlossen werden.

„Das ist echt Rufmord, was da gerade abläuft“

Aber nicht nur Facebook machten die Verbindungsstudenten ihrem Ärger über den Vorgang Luft. Auch auf mehreren Bewertungsportalen im Internet kritisierten sie den Hofbräukeller. Innerhalb von 48 Stunden habe er 2.900 schlechte Bewertungen erhalten, beklagte Steinberg. „Das ist eine regelrechte Hetzkampagne, die da gegen uns läuft.“ Auf Facebook erhielt er etwa 3.000 Bewertungen, in denen ihm nur ein Stern verliehen wurde. Die schlechteste Benotung, die möglich ist. In der Gesamtwertung rutschte er so von fünf auf derzeit 2,1 Sterne ab.

„Das ist echt Rufmord, was da gerade abläuft“, empörte sich der Wirt. An seiner Weigerung, Studentenverbindungen als Gäste zu bewirten, will er aber trotzdem festhalten. „Das motiviert mich jetzt auch nicht gerade“, sagt Steinberg, „solchen Leuten einen Raum zu geben.“ (krk)

Münchner Hofbräukeller Foto: Wikimedia/Jorgeroyan mit CC-Lizenz https://goo.gl/P2283c

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen