Ashiq Masih und Familie
Können wieder hoffen: Die Familie von Asia Bibi Foto: picture alliance/dpa

Pakistan
 

Gericht läßt Berufung von zum Tode verurteilter Christin zu

LAHORE. Pakistans Oberster Gerichtshof hat die Hinrichtung der Christin Asia Bibi aufgeschoben. Am Mittwoch wurde gegen das Urteil Berufung zugelassen. „Schwester Asia wird zunächst in Haft bleiben müssen, aber ihre Freilassung ist nun eine reale Möglichkeit“, sagte Naveed Aziz von der Britisch-Pakistanischen Christlichen Vereinigung laut dem Tagesspiegel.

Vor fünf Jahren war Bibi als erste Frau in Pakistan wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden. Seitdem sitzt die Mutter von fünf Kindern in Einzelhaft und wartet auf ihre Hinrichtung am Galgen.

Wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt

Hintergrund des Blasphemie–Vorwurfs ist die Aussage Bibis: „Ich glaube an meine Religion und an Jesus Christus, der für die Sünden der Menschheit am Kreuz starb. Was hat Euer Prophet Mohammed getan, um die Menschheit zu retten?“

Sie reagiert damit auf die Anschuldigung einiger muslemischer Nachbarinnen, die mit ihr auf einem Feld arbeiteten. Diese hatten die Christin beschuldigt, als „Unberührbare“ das gemeinsame Brunnenwasser verseucht zu haben. Vor ihrer Festnahme durch die Polizei, verprügelte ein aufgebrachter Mob die heute 50jährige. Am 8. November 2010 wurde sie wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt.

Sollten die Richter die Gefangene freisprechen, müssen sie allerdings selbst um ihr Leben und um das ihrer Angehörigen fürchten. Asia Bibis Familie mußte nach dem Vorfall fliehen und hält sich seitdem versteckt. (eh)

Können wieder hoffen: Die Familie von Asia Bibi Foto: picture alliance/dpa
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