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Verleger Wolf Jobst Siedler gestorben

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Verleger Wolf Jobst Siedler: Einer der renommiertesten bürgerlichen Intellektuellen ist verstorben Foto: FKBF

Der Berliner Verleger und Publizist Wolf Jobst Siedler ist tot. Wie am Donnerstag bekannt wurde, starb der 87jährige am Mittwoch nachlanger Krankheit im Kreis seiner Familie.

Der 1926 geborene Sohn eines Diplomaten war zunächst von 1955 bis 1963 Feuilleton-Chef des Berliner Tagesspiegels. Anschließend verantwortete er das Programm des Ullstein Verlages, in dem unter Siedlers Ägide internationale Bestseller wie Joachim C. Fests Hitler- Biografie oder die Tagebücher Albert Speers erschienen. 1980 gründete Siedler seinen eigenen Verlag.

Eine Abrechnung mit der Städtezerstörung des Wiederaufbaus

Aber auch als Autor hatte sich der preußisch geprägte Liberal-Konservative einen Namen gemacht. Eines seiner berühmtesten Bücher ist das 1964 erschienene „Die gemordete Stadt“, eine Abrechnung mit der fortgesetzten Zerstörung deutsche Städte durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.

Als junger Mann wurde Siedler 1943 gemeinsam mit dem Sohn des Schriftstellers Ernst Jünger Opfer einer Denunziation, nachdem sie sich ablehnend über das nationalsozialistische Regime geäußert hatten. Die Freunde wurden zur Frontbewährung verurteilt, Ernst Jünger junior fiel, Siedler geriet verwundet in britische Kriegsgefangenschaft.

Mit Wolf Jobst Siedler, der im Jahr 2007 für sein Lebenswerk den von der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF) in Kooperation mit der JUNGEN FREIHEIT verliehenen Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis erhalten hatte, ist einer der renommiertesten bürgerlichen Intellektuellen verstorben. (vo)

> Wolf Jobst Siedler über den Einbruch des industriellen Zeitalters in die Kunst

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