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Extremismus
 

Verfassungsschutz kannte zeitweise Aufenthalt der Zwickauer Terrorzelle

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Fahndungsaufruf nach Hinweisen zur Gruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund“ Foto: BKA

BERLIN. Das Bundesamt für Verfassungsschutz war zu Beginn des Jahrtausends offenbar wesentlich besser über die untergetauchten Rechtsextremisten der sogenannten Zwickauer Terrorzelle informiert als bislang bekannt. So sollen Verfassungsschützer bereits im Frühjahr 1999 davon Kenntnis gehabt haben, daß Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe sich in Chemnitz aufhielten, berichtet der Spiegel aus einem als geheim eingestuften Untersuchungsbericht des Verfassungsschutzes für die Bundesregierung.

Durch eine gemeinsame „Operation Terzett“ der Verfassungsschutzämter aus Thüringen und Sachsen seien die Beamten sogar auf eine Wohnung zweier mutmaßlicher Unterstützer der 1998 untergetauchten Rechtsextremisten aufmerksam geworden, die auch von Böhnhardt und Zschäpe besucht wurde. Allerdings versäumten die Verfassungsschützer es laut dem Magazin zuzugreifen und die Verhaftung der Mitglieder der Gruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zu veranlassen.

Verfassungsschutz wußte von kriminellen Aktivitäten

Dem Bericht nach, dürfte der Verfassungsschutz bereits damals über Informationen verfügt haben, wonach das Trio sein Leben im Untergrund auch durch Straftaten finanzierte. Tino Brandt, damals führender Kopf des rechtsextremen Thüringer Heimatschutzes und V-Mann des Verfassungsschutzes, meldete der Behörde im April 2001, daß ein Freund der drei eine Geldspende für diese mit der Bemerkung abgelehnt habe, die Untergetauchten bräuchten kein Geld mehr, weil sie mittlerweile „schon so viele Sachen/Aktionen gemacht hätten“.  

Bei dem zitierten Freund handelt es sich um Ralf Wohlleben, der sich seit Ende November in Untersuchungshaft befindet. Wohlleben ist laut der Bundesanwaltschaft „dringend verdächtig, Beihilfe zu sechs vollendeten Morden und einem versuchten Mord“ des NSU geleistet zu haben. Ihm wird vorgeworfen, der Gruppierung „eine Schußwaffe nebst Munition verschafft zu haben“. (krk)

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