Katholische Kirche
 

Mosebach macht Konzil für Mißbrauch verantwortlich

BERLIN. Der Schriftsteller Martin Mosebach hat das Zweite Vatikanische Konzil für die sexuellen Mißbrauchsfälle in der katholischen Kirche mitverantwortlich gemacht.

Man müsse sich fragen, „wieso es in katholischen Internaten gerade in den unmittelbar auf das Zweite Vatikanische Konzil folgenden Jahren gehäuft zu Sexualstraftaten von Priestern gekommen ist“, sagte Mosebach dem Internet-Magazin The European. Es führe kein Weg an der bitteren Erkenntnis vorbei, daß das Experiment der Angleichung der Kirche an die säkularisierte Welt auf furchtbare Weise gescheitert sei.

Rückbesinnung auf priesterliche Disziplin

Laut Mosebach hätten die meisten Priester mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Priesterkleidung abgelegt und aufgehört, täglich die Heilige Messe zu feiern. Mit der nachkonziliären Theologie sei versucht worden, das überlieferte Priesterbild vergessen zu machen. „Alle Institutionen, die einem Priester auf seinem schwierigen und einsamen Lebensweg Hilfe geleistet hatten, wurden in Frage gestellt“, kritisierte Mosebach.

Der Schriftsteller riet daher zu einer Rückbesinnung auf die priesterliche Disziplin, wie sie weitgehend im Konzil von Trient formuliert worden sei: „Auch damals war es darum gegangen, einer Verkommenheit des Klerus zu wehren und das Bewußtsein von der Heiligkeit des Priesteramtes neu zu wecken“, so Mosebach.

Um so wichtiger sei es nun, „die Zügel der Disziplin im Sinn des Konzils von Trient wieder anzuziehen und zu einem Priestertum der katholischen Tradition zurückzukehren.“ (krk)

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles