Fledermäuse können aufatmen: Ozzy Osbourne wird ihnen nicht mehr auf der Bühne den Kopf abbeißen (JF berichtete). Der Geburtshelfer des Heavy Metal wurde zu seinem Image inspiriert, als er beobachtete, daß das Kino gegenüber immer dann gut besucht war, wenn Horrorfilme liefen. Der Rest ist Musikgeschichte.
Tja, womit bleibt Horst Köhler („Horst… wer?“) als neunter Bundespräsident in Erinnerung (JF berichtete)? Keine Affäre, kein Skandal, kein „Der Islam gehört zu Deutschland“-Spruch. Nicht mal eine 68er-Vergangenheit. Schön, ein trotziger Rücktritt wegen ständiger Kritik, aber was ist das heute schon?
Der Norden hat mit Carlo von Tiedemann eine Ikone verloren, die mindestens so identitätsstiftend für das NDR-Sendegebiet war wie Klaus & Klaus und Kieler Sprotten.
Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha (die weiteren Vornamen würden hier den Rahmen sprengen) ist ein weiterer Verlust für den marginalisierten deutschen Adel. Sehr unstandesgemäß mußte er sich posthum vom Sozi-Oberbürgermeister von Coburg ehren lassen – degoutant!
Dann verstarb Horst Mahler, der die politischen Lager wechselte wie Christdemokraten ihre Prinzipien: von der SPD zur KPD zum SDS zur RAF zur FDP zur NPD. Mehr „Buntheit und Vielfalt“ geht kaum. Als Anwalt vertrat er Industrielle und Terroristen, sowie Boney M.-Tänzer Bobby Farrell.
Bei der Verteidigung von Linksterroristen hätte Mahler sicher mit Gerhart Baum harmoniert. Der fand als Bundesinnenminister der sozialliberalen Koalition auch, daß man solche nicht mit Strafverfolgung drangsalieren sollte, sondern nach seinem Motto einer „neuen Nachdenklichkeit“ lieber Kamingespräche mit denen führen sollte. Baum hat uns übrigens den zweimal jährlichen Zeitumstellungszirkus hinterlassen.
Die Pumpe versagte bei der lebenden Comicfigur Hulk Hogan. Die Bizepse der Wrestling-Ikone sahen aus, als würde er fleischfarbene Schwimmflügel tragen. Im Gegensatz zu vielen Politikern hat er im Ring aber stets eine ehrliche Show geliefert.
Die Linke konnte ihre Häme über Charlie Kirks Tod nur mühsam unterdrücken
Udo Voigt gelang es zu Beginn des Millenniums, die NPD durch viel PR-Krawall vorübergehend aus der Null-Komma-Zone zu hieven und ihr Zulauf zu verschaffen – vor allem von Spitzeln.
Die Schauspielerin Monika Lundi („Ich betone: Oben ohne!“) war der erste prominente „MeeToo“-Fall der BRD und blieb vor allem dadurch in Erinnerung. Sie beschuldigte den Schauspielkollegen Burkhard Driest, über sie hergefallen zu sein. Driests Problem: Seine Visage sieht so brutal aus, daß es jeder glaubte.
Marianne Faithfull hat die wilden Sechziger überlebt, inklusive LSD und Heroin, sowie eine Liaison mit Mick Jagger. Von der Obdachlosigkeit in London zum Appartement im Zentrum von Paris ist jedenfalls ein erfolgreicher Weg.
Wer würde freiwillig aus knapp 39 Kilometern (!) Höhe springen? Felix Baumgartner ließ sich nicht lange bitten. Sein Leben endete ebenso: bei einem Flugunfall (JF berichtete). Er nannte die Flüchtlingspolitik „das Werk von Idioten“ und beschimpfte Jan Böhmermann. Sympathischer Typ.
Rolf Benz machte aus einer Polstermöbelwerkstatt ein Weltunternehmen. Seine Sofas stehen in teuren Büros und Loft-Wohnungen. Typisch Schwabe.
David Lynch hat sich mit seinen 80er-Jahre-Kino-Epen „Wild At Heart“ und „Blue Velvet“ zum Standard-Unterrichtsobjekt aller Filmstudenten gemacht (JF berichtete).
Max Schautzer prägte als Moderator das Unterhaltungsfernsehen der Bundesrepublik („Allein gegen alle“, „Immer wieder sonntags“ etc.). Mit 64 schmiß die ARD ihn wegen seines Alters raus. Seitdem wütete er gegen Jugendwahn und Altersdiskriminierung. Stabil!
Alfred Hilsberg förderte unzählige junge Musiker und veröffentlichte hunderte Platten, bis er Millionen an Schulden angehäuft hatte. Als Impresario ein Idealist. Ohne ihn hätte es die Neue Deutsche Welle nicht gegeben.
Mit Brian Wilson starb der Letzte der drei Brüder, die als „Beach Boys“ die Sonne Kaliforniens in Noten gossen. Um das Sand-zwischen-den-Zehen-Gefühl ihrer Musik authentisch einzufangen, ließen sie den Boden ihres Aufnahmestudios tatsächlich mit Strandsand auffüllen.
Der böse Onkel der französischen Politik ist auch tot: Jean-Marie Le Pen rüpelt und rempelt nicht mehr – zur Erleichterung vieler (JF berichtete). Sein begehrtes Präsidentenamt hat er nie erreicht.
Nach 25 Jahren keine Post mehr von (Franz Josef) Wagner. Über den Inhalt muß man nicht reden, aber Format und Stil seiner Bild-Kolumne waren genial.
Charlie Kirk suchte Dialog und erntete Haß. Die Linken von Antifa bis ZDF konnten ihre Freude über seine brutale Ermordung nur mühsam unterdrücken (JF berichtete).
Was für ein Aderlaß
Robert Redford verdiente sich mit Kultfilmen aus drei Jahrzehnten die Berufsbezeichnung „Hollywoodlegende“. Er starb mit 89 friedlich im Schlaf.
Affenforscherin Jane Goodall lernte, mit Schimpansen zu kommunizieren. Was diese wohl seitdem über uns denken?
Giorgio Armani hat dafür gesorgt, daß wir uns eleganter anziehen und daß Anzüge nicht nach Kommunion aussehen müssen – danke, Giorgio!
Mit Anne Marie Hochhalter starb nach 26 Jahren eine Überlebende des Columbine-Highschool-Amoklaufs an den Spätfolgen des Massakers von 1999. Dieses Verbrechen forderte selbst nach 26 Jahren noch ein weiteres Opfer. Ruhe sie in Frieden.
Klaus Doldinger ist tot, hat sich aber mit der „Tatort“-Melodie und der Filmmusik zu „Das Boot“ unsterblich gemacht.
Das gilt auch für „Jack White“, der eigentlich Horst Nußbaum hieß und neben vielen Welthits wie „Looking for Freedom“ (interpretiert von David Hasselhoff) auch „Fußball ist unser Leben“ für die Fußball-WM 1974 komponierte.
1974 veröffentlichten auch die Monsterrocker von KISS ihre erste LP, die weltweit Millionen Rockbands inspirierte. Seit dem Tod von Ace Frehley sind KISS nicht mehr komplett.
Die Kessler-Zwillinge gab es nur zu zweit: Das Doppel-Fräuleinwunder ließ es sich auch nicht nehmen, als Duo vor den Schöpfer zu treten. Sicher war er entzückt.
Jimmy Cliff holte Reggae aus den Slums von Kingston und machte die Musik radiotauglich und weltweit beliebt. Sein größter Hit („I can see clearly now, the rain is gone“) läuft immer noch in den Radiocharts.
Wirtschaftswunder-Kinostar Ingrid van Bergen erschoß im Karrieretal schnapsbenebelt ihren Geliebten, rappelte sich wieder hoch und wurde noch RTL-Dschungelkönigin. Eine Mitinsassin aus dem Knast pflegte die Verarmte bis zuletzt.
Außerdem verließen uns Arthur Brauss („Härte 10“), Horst Krause („Polizeiruf 110“), Jock McDonald (Bollock Brothers), Hans Dieter Beck (Beck-Verlag), Gene Hackman („French Connection“), Rick Davies (Supertramp), Bernhard Vogel (CDU), Hans Peter Korff („Neues aus Uhlenbusch“), Andrea Rosenbaum (Rosenstolz), Rolf Schimpf („Der Alte“), „Naddel“ (Trash-TV) und Papst Franziskus.
Und dann auch noch Brigitte Bardot, die mit 91 zwar nicht mehr so atemberaubend aussah wie mit 19, aber zu Frankreich gehörte, wie Baguette und Bordeaux. Vom Wuschigmachen der Männer verlegte sie sich auf den Schutz der Tiere. Sie hinterläßt einen Sohn im Rentenalter.
Was für ein Aderlaß! Lieber Gott, laß‘ uns noch ein bißchen hierbleiben!






