Frau auf Parkbank in VW-Spot Foto: Screenshot JF/ YouTube Robert Pearson – Canada / Worldwide
Gender-Zensur in Großbritannien

Werbeaufsicht verbietet Spots wegen „Geschlechterstereotype“

LONDON. Die britische Werbeaufsichtsbehörde ASA hat zwei Werbespots wegen Geschlechterstereotypisierung verboten. Betroffen sind der Lebensmittelhersteller Mondelez und der Autobauers VW. Bei dem Mondelez-Spot handelt es sich um Werbung für den Frischkäse Philadelphia.

Den genießen zwei Männer so sehr, daß sie ein Baby, das ihnen zuvor eine Frau in die Hand gedrückt hat, aus den Augen verlieren. Während die Männer Philadelphia-Brote essen, sitzt das Kind vergnügt auf einem Essens-Förderband.

ASA sieht „Potential der Menschen limitiert“

Der Spot stelle es so dar, als seien Männer schlechter für die Kinderbetreuung geeignet als Frauen, moniert ASA. Eine Sprecherin der Behörde, Jess Tye, teilte der BBC mit, Geschlechterstereotype in der Werbung könnten Schäden in der realen Welt nach sich ziehen. Man müsse an die „kummulativen Effekte“ denken, die solche Spots auf die Zuschauer hätten, warnt Tye.

Auch der Clip für den neuen elektrisch angetriebenen Golf von VW ist der Zensur zum Opfer gefallen und darf im britischen Fernsehen künftig nicht mehr ausgestrahlt werden. Zu sehen sind darin vier Männer bei sportlichen oder abenteuerlichen Herausforderungen. Dazu der Satz: „Wir können alles erreichen.“ Kurz darauf ist eine Frau auf einer Parkbank neben einem Kinderwagen zu sehen.

ASA bemängelte, daß dadurch männliche und weibliche Rollen nur jeweils mit einem Geschlecht in Verbindung gebracht würden. Dadurch würde das „Potential der Menschen limitiert“. (tb)

Frau auf Parkbank in VW-Spot Foto: Screenshot JF/ YouTube Robert Pearson – Canada / Worldwide

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