Nach Kritik an Aufsatz

Kardinal Müller lobt Papst Benedikt für 68er-Kritik

ROM. Der frühere Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Kardinal Müller, hat den emeritierten Papst Benedikt XI. für dessen Analyse der Mißbrauchsfälle in der Katholischen Kirche gelobt. Benedikt hatte die 68er Generation und deren Sexualmoral dafür verantwortlich gemacht.

„Benedikt hat in seinem Schreiben die Eiterbeule aufgestochen“, sagte Müller der Nachrichtenagentur dpa. Mit seinen 92 Jahren habe er „einen Text verfaßt, der intelligenter ist als alle Beiträge auf dem römischen ‚Mißbrauchsgipfel‘ und der neunmalklugen Moral-Experten bei der Deutschen Bischofskonferenz zusammen“.

Lob auch von Kardinal Sarah

Über die Kritiker des Papstes sagte der Kardinal: „Das sind Leute, die weder glauben noch denken.“ Sie sprächen von „Erneuerung und Reform der Kirche“, meinten aber nur die „Anpassung an die eigene Dekadenz“.

Benedikt hatte in seinem in der Catholic News Agency veröffentlichten Aufsatz unter anderem geschrieben, es habe zur „Physiognomie der 68er-Revolution“ gehört, auch gegenüber Pädophilie offen zu sein. In derselben Zeit sei ein „Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie“ geschehen, der auch Teile der Kirche „wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft“ gemacht habe.

Mehrere Theologen hatten das Schreiben kritisiert. Neben Müller lobte aber auch Kurienkardinal Robert Sarah den Text. Auf Twitter schrieb er mit Bezug auf den Aufsatz: Benedikt bleibe ein „Lehrmeister des Glaubens“.

(tb)

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Kardinal Müller Foto: picture alliance/ dpa

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