Afrikanisches Viertel

Berlin: Anwohner wehren sich gegen Straßenumbenennungen

BERLIN. Gewerbetreibende und Anwohner des Afrikanischen Viertels im Berliner Stadtteil Wedding laufen Sturm gegen die beschlossene Änderung der dortigen Straßennamen. Über 200 Ladenbesitzer, Vereine und Arztpraxen haben einen Sammelwiderspruch eingereicht, mit dem die Umbenennung in letzter Minute verhindert werden soll. „Geschichte macht man nicht dadurch besser, indem man Straßennamen ändert“, heißt es in dem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt.

Betroffen von der Umbenennung sind vor allem Straßen, die Personen gewidmet sind, die laut dem Bezirk während der Kolonialzeit im Deutschen Kaiserreich für eine menschenverachtende Behandlung der afrikanischen Zivilbevölkerung verantwortlich gewesen sind. Im April hatte die Bezirksverordnetenversammlung Mitte die Änderung der Namen beschlossen.

Die Lüderitzstraße wird in Cornelius-Fredericks-Straße umbenannt. Der Nachtigalplatz wird künftig Manga-Bell-Platz heißen. Gleich zwei neue Namen erhält die Petersallee. Ein Abschnitt wird künftig „Anna-Mungunda-Allee“, ein anderer „Maji-Maji-Allee“ heißen. Die Namenspolitik war in Sachen Petersallee besonders umstritten, da die Straße seit einer Umwidmung 1986 an den NS-Widerstandskämpfer, CDU-Politiker und Mitautor der Berliner Verfassung, Hans Peters, erinnert. (tb)

Die Petersallee im Afrikanischen Viertel in Wedding Foto: picture alliance/Bildagentur-online

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