Umbenennung

Afrikanische Straßennamen fürs Afrikanische Viertel

BERLIN. Eine Jury der Bezirksverordnetenversammlung des Berliner Bezirks Mitte hat Vorschläge für die Umbenennung von Straßennamen im dortigen Afrikanischen Viertel unterbreitet. Kritiker bemängeln, daß die damit gewürdigten Personen während der Kolonialzeit im Deutschen Kaiserreich für eine menschenverachtende Behandlung der afrikanischen Zivilbevölkerung verantwortlich gewesen seien.

Konkret geht es unter anderem um die Lüderitzstraße, die Petersallee und die Nachtigalstraße. Die Jury bestehend aus Bezirksamt, Mitgliedern der Bezirksverordnetenversammlung, „Aktiven der afrikanischen/postkolonialen Community“ und weiteren Initiativen schlugen für die Umbenennung folgende Namen vor:

Yaa Asanteewa, die 1900 den Aschanti-Aufstand gegen die Briten anführte

Martin Dibobe, ein schwarzer Zugführer im Berlin der Kaiserzeit, der sich für deutsche Bürgerrechte für alle Afrikaner in den nach dem Ersten Weltkrieg verloren gegangenen Kolonien einsetzte.

Rudolf Manga Bell, der Anführer des Duala-Volkes in Kamerun, als dieses von den Deutschen von seinem Land vertrieben wurde.

Wangari Maathai, eine kenianische Politikerin, die 2004 als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis verliehen bekam.

Miriam Makeba, eine südafrikanische Bürgerrechtlerin, die seit 1960 gegen die Apartheid in Südafrika kämpfte.

Bevor eine endgültige Entscheidung über die Umbenennung fällt, werden alle Vorschläge noch von einer wissenschaftlichen Kommission überprüft. (tb)

Die Lüderitzstraße im Afrikanischen Viertel in Mitte: In der Kritik Foto: picture alliance/ dpa

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