Medientagung

Döpfner kritisiert „hysterische“ Political Correctness

WIEN. Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, hat eine „hysterische Übertreibung“ der politischen Korrektheit beklagt. Diese habe zur Schwächung der Demokratien der Mitte und zum Aufstieg der Populisten beigetragen, sagte Döpfner bei einer von der österreichischen Regierung veranstalteten Medientagung in Wien, wie die Welt berichtete.

Politiker sagten immer öfter nicht mehr das, was sie dächten. Medien beschrieben immer weniger das, was sei, sondern lieber das, was sein sollte, kritisierte Döpfner. Dadurch hätten sich die Bürger von der Politik entfremdet. „Immer mehr Menschen haben das Gefühl, die reden nicht mehr für mich, die reden nicht mehr, was sie wirklich meinen, die reden nicht mehr, was ist, sondern die leben irgendwo auf einem anderen Planeten.“

Döpfner: Medien müssen Glaubwürdigkeit zurückgewinnen

Im vergangenen Jahr hatte Döpfner die Zeitungen in Deutschland ermahnt, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. „Vielleicht sprechen wir zu sehr wie Politiker in Worthülsen, Sprechblasen, in abgeschliffenen Formulierungen, vielleicht haben wir auch durch weltfremde Political Correctness Vertrauen eingebüßt“, zeigte sich Döpfner selbstkritisch.

Als Beispiel nannte der Springer-Chef damals die Berichterstattung der Medien über die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. „Hier haben viele Medien offenbar die eigene gute Absicht mit der Stimmung in der Bevölkerung verwechselt.“ Deswegen seien Authentizität und Klartext wichtiger als Vermischung von guten Absichten und Halbwahrheiten. (tb)

 

Springer-Chef Mathias Döpfner auf einer Medientagung der österreichischen Regierung in Wien Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

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