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Zersetzung des Fundaments

Die Europawahl am kommenden Sonntag bietet Anlaß, über einige Grundprobleme politischer und gesellschaftlicher Neuordnungen im Spannungsfeld von Staat und Kirche nachzudenken. Dazu gehört vor allem die Feststellung, daß die veröffentlichte Meinung in Deutschland und in weiten Teilen Europas von der ideologischen Absicht bestimmt wird, Religion als reine „Privatsache“ zu verstehen und damit systematisch aus dem öffentlichen Bewußtsein zu verdrängen – trotz aller Erfahrungen mit diesem Prinzip in Vergangenheit und Gegenwart. Und das waren ja nicht wenige!

Aktuelle Beispiele für diese Einstellung liefern die Auseinandersetzungen um den Stellenwert des Religionsunterrichts im Berliner Schulsystem anläßlich eines Volksentscheids Mitte April, der vor allem im Osten der Hauptstadt keinen religiösen Widerhall fand. Wie immer man diese Entwicklung auch beurteilen mag: Sie dokumentiert überzeugend das politische und intellektuelle Niveau der Mehrheit unserer sogenannten Meinungsmacher nach vierzig Jahren Sozialismus in der DDR und auch nach vierzig Jahren marxistischer Kulturrevolution in der alten Bundesrepublik. Es geht eben nicht nur, sondern auch – und vor allem! – um die Mißachtung der sonst so streng beachteten Leitlinien unserer sogenannten Erinnerungskultur „Wider das Vergessen“. Das ganze Ausmaß der dadurch bedingten Zersetzung der christlich-abendländischen Traditionen und Fundamente des vielzitierten „europäischen Hauses“ veranschaulicht das angezeigte Buch des US-amerikanischen Theologen und Soziologie-Professors Alvin J. Schmidt.

In einer mustergültigen Darstellung der sorgfältig fundierten Analysen zu diesem Thema veranschaulicht Schmidt die radikalen Veränderungen, die vom Christentum im Laufe seiner zweitausendjährigen Geschichte ausgegangen sind: In einzelnen Kapiteln von circa dreißig Seiten werden die Entwicklung der Menschen- und Bürgerrechte, der Moralvorstellungen, der Wirtschafts-, Sozial- und Sexualethik, des Bildungswesens, der Kunst, Architektur, Musik, Literatur und Sprache dargestellt. Die wichtigsten Aussagen jedes Kapitels faßt er in einer einprägsamen Übersicht zusammen, die eine schnelle Information ermöglicht und zur Weiterbildung anregt. Hinweise bieten 996 Anmerkungen und Literaturhinweise. Auch die Gebildeten unter den Verächtern des Christentums werden dieses Buch mit Gewinn lesen.       

Alvin J. Schmidt: Wie das Christentum die Welt veränderte. Resch-Verlag, Gräfeling 2009, broschiert, 494 Seiten, Euro, 19,90 

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