Joachim Kuhs

 

Nach Gottes Vorgaben

Die zweimonatlich mit einem Umfang von jeweils 32 Seiten erscheinende Zeitschrift Vision 2000 versteht sich als „ein Medium, das Mut zu einem christlichen Leben machen will und Christen Orientierung zu bieten versucht“. Jedes Heft hat ein Schwerpunktthema und darüber hinaus verschiedene Rubriken wie „Glaubensleben“, „Porträt“, „Zeugnis“, „Lesenswerte Bücher“, „Zeichen der Zeit“, „Christ in der Welt“ und „Zeitgeschehen“. Den Abschluß jeder Ausgabe bilden regelmäßig Auszüge aus einer Ansprache oder einem Brief des Papstes sowie ein Gebetsaufruf der Muttergottes aus Medjugorie. Hier muß allerdings hinzugefügt werden, daß jene Marienerscheinungen vom Vatikan offiziell nicht anerkannt sind und daher als sogenannte „Privatoffenbarungen“ gelten.

Das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe (3/2009) lautet „Familie hat Zukunft“ und wird eingeleitet  mit den Interviews von zwei katholischen Großfamilien. In ihrem Beitrag „Die lebenslange Ehe und die Familie sind Vorgaben Gottes“ beschreibt Christa Meves zunächst die Auswirkungen einer egozentrischen, hedonistischen Lebensweise, die entscheidend zum Niedergang und zur Abwertung der traditionellen Familie führten. Am Anfang stand eine fundamentale, durch die Medien vorangetriebene Diskriminierung der Mutterschaft, von der Autorin als „Entmutterung der Mütter“ bezeichnet. Den Boden dafür hatte jedoch die 68er-Kulturrevolution bereitet.

Die Autorin beklagt die Kollektivierung der Kinder von Säuglingsalter an als „Abkehr von Gott und seinen Vorgaben“. Es sei eine „hybride Vorstellung, die Gestaltung des Menschenlebens eigenmächtig aus dem Boden stampfen zu können“. Zwar ist der Mensch „auf Freiheit der Entscheidung hin angelegt“, doch bestätigen Hirnforscher seit langem, daß die ersten drei Lebensjahre eines Kindes von grundlegender Bedeutung für seine seelische Gesundheit sind. Kinder benötigen also gerade in diesen frühen Entwicklungsphasen die Liebe und Fürsorge ihrer Eltern, wenn sie sich zu kultivierten Erwachsenen entfalten sollen.

In der Rubrik „Zeichen der Zeit“ plädiert die Musikerin Barbara Vittucci dafür, „die Täuschungen des Zeitgeistes zu erkennen“. In ihrem Beitrag „Wider die politische Korrektheit“ beschreibt sie, wie sich unauffällig und von vielen unbemerkt eine unchristliche Ideologie etabliert hat, die jede Kritik unterdrückt, selbst wenn diese sich auf wissenschaftliche Fakten stützt. Während die Medien zunehmend eine Weltsicht propagieren, die den Glauben an Gott in Frage stellt, wird auch im Europaparlament eine „ideologische Gesetzgebung“ massiv forciert. So werden Menschen mit Gefängnisstrafen bedroht und von manchen Medien gar in dieselbe Kategorie wie Terroristen gesteckt, wenn sie still vor Abtreibungskliniken demonstrieren. Kaum noch möglich ist es auch, sich über die Möglichkeit einer Veränderung der sexuellen Orientierung zu äußern, ohne Drohungen, Haß und Verfolgung durch einschüchternde Aktivitäten der politischen Schwulen- und Lesben-Lobby auf sich zu ziehen

Anschrift: Verein Vision 2000. Elisabethstr. 26/22, A-1010 Wien. Internet: www.vision2000.at

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