Bindung statt Bildung

Einen verantwortungslosen Umgang mit den Kindern hat die Buchautorin und ehemalige Fernsehmoderatorin Eva Herman der Politik vorgeworfen. Obwohl man definitiv wisse, daß Kinderkrippen nicht gut für die Entwicklung der Kinder sind, fördere man in erster Linie die Fremdbetreuung von Kindern.

Das sagte die 51jährige in einem Seminar des 1. Christlichen Medienkongresses am 11. Dezember in Schwäbisch Gmünd. Während man in Deutschland noch über das Betreuungsgeld für Eltern diskutiere, schwenkten einstige Paradebeispiele für die Krippenbetreuung in ihrer Familienpolitik inzwischen um. So zahle Schweden seit dem vergangenen Jahr 300 Euro pro Monat, wenn die Mutter sich zuhause um ihr Kind kümmert. In Deutschland werde eine Mutter gesellschaftlich diskriminiert, wenn sie ihren Beruf aufgibt, um sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Nach Ansicht von Eva Herman gibt es keine wirkliche Wahlmöglichkeit für die Frauen, zwischen Fremd- und Eigenbetreuung zu entscheiden. Die meisten seien aufgrund wirtschaftlicher Umstände gezwungen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und ihr Kind in die Krippe zu geben. Eine Wahlmöglichkeit sei nur gegeben, wenn die Mütter die Option hätten, die Kosten für einen Krippenplatz (zwischen 1.500 und 2.500 Euro) direkt ausgezahlt zu bekommen. Selbst bei der Hälfte dieser Summe würden knapp drei Viertel der Frauen sich dafür entscheiden, das Kind in den ersten Lebensjahren zuhause zu betreuen.

Herman („Das Eva-Prinzip“, „Das Prinzip Arche Noah“) beklagte eine ideologische Manipulation der Gesellschaft: So habe man aus der „frühkindlichen Bindung“ die „frühkindliche Bildung“ gemacht.

Internet: www.eva-herman.de

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