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Wildwest gegen den Terror

Willkommen im Grab!“ Die Zelle ist 180 Zentimeter lang und 90 Zentimeter breit. Tageslicht gibt es nicht. Ratten hausen in der sargähnlichen Kammer. Draußen wartet der „deutsche Sessel“, den Stasi-Gangster konstruierten und der die Wirbelsäule schmerzhaft streckt. George Orwells „1984“ läßt grüßen. Solche Folterwerkzeuge beherbergt ein obskures „Hotel“ in Damaskus. Syrische Militärs quälen islamische Terrorverdächtige. Agenten der CIA brachten sie hierher; etliche kommen sogar aus Europa. Ägypten und der „Schurkenstaat“ Libyen mißhandeln ebenso CIA-Gefangene. US-Präsident George Bush arrangierte sich mit dem syrischen Präsidenten Assad, der Geld erhielt, ohnehin „Fundamentalisten“ bekämpft und nun Opfer der USA einkerkert. Die Zahl jener, die nahöstliche Folterbänke kennenlernen, geht in die Tausende, glaubt Stephen Grey. Das Schattenreich der CIA offenbare „unheimliche Parallelen zwischen dem, was die Sowjetunion schuf, und dem, was wir im Westen derzeit aufbauen“. Insgesamt stünden zwanzig amerikanische „Luxusjets“ bereit, um Gefangene zu deportieren. „Schwarz gekleidete, maskierte Männer“ bewachen sie während des Fluges. Verrufen ist das „Thora-Gefängnis“ der ägyptischen Staatssicherheit, nahe Kairo gelegen, wo die CIA verhaftete Personen abliefert, die dann monatelange Torturen erleiden. Dazu gehören „Elektroschocks an allen empfindlichen Körperteilen“. Der Australier Habib wurde hier „regelmäßig geschlagen“ und beinahe ertränkt. Dann „gestand“ er, für al-Qaida zu arbeiten. „Ich unterschrieb alles, was sie wollten“. Ein anderer Gefangener, von der CIA nach Marokko entführt, berichtete: „Zuerst vergewaltigen sie dich, dann bringen sie eine Flasche, schlagen ihr den Hals ab, und du mußt dich darauf setzen“. Amerikanische Politiker nennen die „Sonderüberstellung“ nicht verbrecherisch, sondern „extralegal“. Gemäß offizieller Lesart gehen arabische Polizisten mit der notwendigen „Härte“ vor. Bill Clinton legalisierte die Transporte politischer Gefangener in Drittländer. Seit dem 11. September hat Bush diese Praxis wesentlich verschärft. Stephen Grey: Das Schattenreich der CIA. Amerikas schmutziger Krieg gegen den Terror. DVA, München 2006, gebunden, 431 Seiten, Abbildungen, 17,90 Euro

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